15. März 2019

Equal Pay Day: Strukturelle Ursachen bekämpfen statt ideologischer Gedenktage feiern

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

Das Statistische Landesamt hat zum „Equal Pay Day" am 18. März mitgeteilt, dass der prozentuale Unterschied der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste von Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz auf 19 Prozent zurückgegangen ist. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als im bundesweiten Durchschnitt.
Die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) mahnt in diesem Zusammenhang einen sachlichen Umgang mit dem Thema Entgeltungleichheit an. „Die Unterschiede in der durchschnittlichen Bezahlung sind kein Ausdruck von Diskriminierung. Die Statistiker betonen selbst, dass es hierfür strukturelle Ursachen gibt", sagt Werner Simon.

Hierzu zählen beispielsweise die Berufswahl, die höhere Teilzeitquote, das Qualifikationsniveau und Erwerbsunterbrechungen. Denn Frauen pausieren häufiger als Männer in der Erwerbsarbeit, um familiären Verpflichtungen wie Kinderbetreuung oder Pflege nachzukommen. Der LVU-Hauptgeschäftsführer weist darauf hin, dass die Lohnlücke, wenn man diese Faktoren berücksichtige, bei lediglich 2,3 Prozent liege.
„Statt ideologischer Gedenktage zu veranstalten, sollte die Politik daher die Ursachen für die unterschiedliche Bezahlung in den Fokus nehmen und die Betreuungsinfrastruktur kräftig ausbauen", mahnt Simon.

Außerdem wäre es sinnvoll, wenn Frauen verstärkt Tätigkeiten in den MINT-Berufen wählen würden, da diese im Durchschnitt höher vergütet seien. „Hier kommt es auf MINT-Förderung und frühzeitige Berufsorientierung an. Beides sind Felder, bei denen die Landesregierung in der Verantwortung steht", so der LVU-Hauptgeschäftsführer abschließend.