30. Oktober 2018

„Die Politik soll die Finger von den befristeten Beschäftigungsverhältnissen lassen“

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Rheinland-Pfalz im Oktober um 2.300 auf 92.100 gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg gleichzeitig auf 1,43 Millionen. Die Arbeitslosenquote liegt bei niedrigen 4,1 Prozent.

„Der Boom am Arbeitsmarkt hält an. Die Unternehmen stellen weiter Personal ein", kommentiert Werner Simon die erfreuliche Entwicklung. Der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) kritisiert, dass die Bundesregierung diesen Boom gefährde, wenn sie wie geplant flexible Beschäftigungsformen einschränken wolle. „Befristete Beschäftigung erhöht die Einstellungschancen von Berufseinsteigern und -rückkehrern", mahnt Simon. Gleichzeitig ermöglicht sie Unternehmen, Beschäftigte auch bei noch unsicherer Auftragslage einzustellen. „Die Politik sollte daher die Finger von den befristeten Beschäftigungsverhältnissen lassen. Denn der Boom am Arbeitsmarkt ist kein Selbstläufer. Voraussetzung sind eine gute Konjunktur und ein praxisgerechter Ordnungsrahmen", sagt der Hauptgeschäftsführer.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt rät Werner Simon jungen Frauen, ihr Berufswahlverhalten zu ändern. Das Interesse von weiblichen Ausbildungsplatzsuchenden konzentriert sich zu 58,5 Prozent auf lediglich zehn Berufe. Bei jungen Männern indes ist die Streuung viel breiter und sie interessieren sich zudem auch stärker für technische Berufe. „Der viel beklagte Gender Pay Gap wird nur kleiner, wenn Frauen verstärkt MINT-Berufe ergreifen. In der Industrie locken zudem nicht nur sehr gute Verdienst-, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten", sagt Simon.

„Die Chancen auf attraktive Berufe sind sehr gut", sagt der LVU-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf noch 2.600 unbesetzte Ausbildungsstellen. Diesen stehen laut Arbeitsagentur lediglich 800 unversorgte Jugendliche gegenüber.

Den vollständigen Arbeitsmarktbericht finden Sie hier.