29. November 2019

Der Arbeitsmarkt im November: "Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel"

LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke.

LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke.

„Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel. Der langjährige Aufwärtstrend am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt ist vorbei", kommentiert LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke die Arbeitsmarktzahlen für November, die die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht hat. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit angestiegen, gleichzeitig hat die Nachfrage nach Arbeitskräften nachgelassen.

Die Gründe für diese Entwicklung seien sowohl konjunktureller als auch struktureller Art. Das zeige sich im Besonderen in der Industrie, die in der Rezession steckt. Das verarbeitende Gewerbe spüre die Investitionszurückhaltung und den schwachen Welthandel. "Mit Blick auf die konjunkturelle Abschwächung gilt: Bundesarbeitsminister Heil sollte jetzt schnell zweierlei tun. Erstens die Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeitergeld streichen. Zweitens die zeitliche Begrenzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld von 12 auf 24 Monate verlängern. Das wäre ein wichtiger Beitrag, um Beschäftigung zu sichern", sagt Tacke.

Strukturell setzen gleichzeitig Dekarbonisierung und Digitalisierung die Unternehmen unter massiven Veränderungsdruck. Das gilt vor allem für die Fahrzeugindustrie, die auch in Rheinland-Pfalz eine zentrale Rolle spielt. "Was bei den großen Herstellern in anderen Bundesländern passiert, führt zu harten Einschlägen bei Zulieferern hier im Land. Im Strukturwandel bringt uns Kurzarbeitergeld übrigens nicht weiter. Hier stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, Produkte anzupassen, zu verändern und gegebenenfalls aufzugeben. Das kann im Einzelfall auch bedeuten, Beschäftigung abzubauen“, so der LVU-Hauptgeschäftsführer abschließend.

 

Den vollständigen Arbeitsmarktbericht finden Sie hier.