17. August 2018

Ausbildungstarifvertrag im Friseurhandwerk: „Wir brauchen keine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung“

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

LVU-Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

Der Tarifausschuss Rheinland-Pfalz hat sich in seiner heutigen Sitzung für eine Allgemeinverbindlichkeit des Ausbildungstarifvertrages im Friseurhandwerk in Rheinland-Pfalz ausgesprochen. Damit müssen auch die nicht tarifgebundenen Friseurbetriebe ihren Nachwuchs nach Tarif bezahlen. Die Vergütung nach dem ver.di-Tarifvertrag beträgt für Auszubildende im ersten Lehrjahr einheitlich 420 Euro. Der Tarifausschuss ist paritätisch mit Vertretern von Gewerkschaften und Arbeitgebern besetzt.

„Der Beschluss ist eine gute Lösung für Betriebe und Auszubildende", sagt Werner Simon. Für den Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) reflektiert die Vergütungshöhe das marktgerechte Verhandlungsergebnis der regionalen Tarifvertragsparteien. „Der heutige Beschluss zeigt aber auch: Wir brauchen die von der Bundesregierung geplante Mindestausbildungsvergütung nicht", mahnt Simon. Eine bundesweit einheitliche Mindestausbildungsvergütung würde sowohl regional als auch branchenbezogen Fehlanreize im Ausbildungsmarkt setzen. Zudem wäre das Gesetz ein weiterer schwerer Eingriff in die Tarifautonomie.