23. Mai 2017

Gesetz zum Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit kommt nicht

LVU Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

LVU Hauptgeschäftsführer Werner Simon. Bild: LVU / Strussione

Arbeitsministerin Andrea Nahles hat der Nachrichtenagentur dpa gesagt, dass der von ihr geplante gesetzliche Rückkehranspruch von Teilzeit in Vollzeit am Kanzleramt gescheitert sei.

„Das sind gute Nachrichten", kommentiert Werner Simon, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) das Aus für das Gesetz. „Offensichtlich hat man zumindest im Kanzleramt erkannt, dass dieses im Koalitionsvertrag genannte Gesetz im Widerspruch zum Ziel der sonstigen Politik der Arbeitsministerin steht, sogenannte prekäre Beschäftigung, also Befristungen und Zeitarbeit, einzudämmen." Denn sobald es einen Rückkehranspruch von Teilzeit in Vollzeit gäbe, müsse der Arbeitgeber die mögliche Mehrarbeit des in Vollzeit rückkehrenden Arbeitnehmers an anderer Stelle flexibel besetzen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen würde das Gesetz daher vor schwer lösbare Aufgaben stellen, erklärt Simon.

„Hinzu kommt, dass die behauptete Teilzeitfalle keine ist. Das unverdächtige Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat festgestellt, dass 80 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind. Es ist daher gut, dass die Große Koalition den Koalitionsvertrag an dieser Stelle nicht sklavisch abarbeiten wird. Manchmal macht regieren eben auch klüger", sagt der LVU-Hauptgeschäftsführer abschließend.