20. Dezember 2017

LVU lehnt Bürgerversicherung ab: „Am besten mal richtig rechnen“

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun

Die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) lehnt die von der SPD geforderte Bürgerversicherung im Gesundheitswesen strikt ab. „Die CDU darf sich weder in Sondierungsgesprächen, geschweige denn in Koalitionsverhandlungen auf derartige Gedankenspiele einlassen. Und die SPD sollte am besten mal richtig rechnen“, sagt Gerhard F. Braun. Der LVU-Präsident verweist auf jährlich 334 Millionen Euro, die Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Hebammen, Physiotherapeuten und weitere Akteure alleine in Rheinland-Pfalz verlieren würden. So fürchtet jeder sechste Arzt, dass er ohne Privatversicherte seine Praxis nicht mehr weiterführen kann.

Doch auch die bundesweit 68.000 Beschäftigten der Privaten Krankenkassen würden zu den ersten Opfern zählen. Rheinland-Pfalz wäre besonders betroffen, da im Land einer der Marktführer der Branche zu Hause ist. Alleine hier droht der Verlust mehrerer Tausender Arbeitsplätze. „Wenn es um bedrohte Arbeitsplätze geht, gefallen sich SPD-Politiker normalerweise in der Rolle des Robin Hood. Bei der Privaten Krankenversicherung und vielen Gesundheitsdienstleistern indes spielt die Partei Sheriff von Nottingham: rücksichtslos eigene Ziele verfolgend“, kritisiert Braun.

Das deutsche Gesundheitssystem sei eines der besten der Welt. Eine wichtige Rolle spiele dabei gerade die Konkurrenz zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen. „Wir brauchen zukünftig nicht weniger, sondern mehr Wettbewerb um die künftigen Herausforderungen im Gesundheitssystem zu meistern. Die ineffiziente Bürgerversicherung bringt uns nicht weiter“, sagt der LVU-Präsident.

Weiterer Kritikpunkt: Die Bürgerversicherung mit paritätischer Finanzierung würde für Arbeitgeber und Arbeitnehmer milliardenschwere Zusatzkosten verursachen. „Der Anstieg der Lohnzusatzkosten wäre Gift für den weiteren Beschäftigungsaufbau. Das sind mehr als genug Gründe, um die Idee der Bürgerversicherung zu verwerfen“, so Braun abschließend.