17. August 2017

Rheinland-Pfalz bei Forschung Schlusslicht

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / Strussione

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / Strussione

„Rheinland-Pfalz hat insbesondere bei der  Forschungsorientierung einen großen Nachholbedarf", mahnt Dr. Gerhard F. Braun anlässlich der Veröffentlichung des Bildungsmonitors 2017. In keinem anderen Bundesland haben Professoren weniger Drittmittel eingeworben als in Rheinland-Pfalz (RLP 87.600 Euro je Professor; Bund: 145.000 Euro). Bei den erfolgreichen Habilitationsverfahren und der Promotionsquote schnitt das Bundesland ebenfalls unterdurchschnittlich ab. Auch im Hinblick auf die Anzahl der Forscher an Hochschulen belegte Rheinland-Pfalz, gemessen am BIP, einen der letzten Plätze.  

In der Forschungsschwäche der Universitäten sieht der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) eine Gefahr für den Industriestandort Rheinland-Pfalz. „Wir brauchen dringend hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler in unseren Betrieben. Anderenfalls können wir viele innovative Projekte nicht durchführen.“ Bereits heute werden hierzulande weniger Patente angemeldet als in anderen Bundesländern (RLP: 51 Patente pro 100.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte; Bund: 125). „Wir brauchen eine höhere Forschungsorientierung an den Universitäten“, appelliert Braun. Es sei Aufgabe der Professoren, ihrer Vorbildrolle gerecht zu werden und die Studierenden an die Forschung heranzuführen. Die Betriebe benötigten insbesondere Absolventen aus den MINT-Bereichen.

Außerdem fordert Braun die Hochschulen auf, mehr Ausländer für ein Studium in Rheinland-Pfalz zu gewinnen (Anteil Bildungsausländer: RLP 7,5 %, Bund 9,5 %). „Minister Wolf hat sich dieses Ziel richtigerweise auf die Fahne geschrieben. Wir hoffen, dass das Hochschulzukunftsprogramm Früchte tragen wird“, betont Braun. Ideal wäre, wenn ausländische Studierende auch ihren Weg in die ländlich geprägten Gegenden finden würden. Denn gerade dort suchen Betriebe händeringend nach qualifizierten Beschäftigten.