3. Mai 2017

Zahl älterer Menschen in Beschäftigung hat sich verdoppelt

Insgesamt ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den letzten zehn Jahren gestiegen. Am 30. Juni 2016 waren in Rheinland-Pfalz 1,362 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – rund 17 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Die positive Entwicklung hat sich auch auf den Personenkreis der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgewirkt. Zur Jahresmitte 2016 waren rund 253.300 Menschen im Alter von 55 bis unter 65 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2006. Darunter waren 121.200 Frauen und 132.200 Männer.

Die Beschäftigungschancen Älterer gewinnen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Erwerbsbeteiligung von Personen ab 55 Jahren zunehmend an Bedeutung. In der Zukunft werden den Unternehmen weniger junge Arbeitssuchende zur Verfügung stehen. Dies könnte dazu beitragen, dass Betriebe ältere Beschäftigte halten wollen.

Die Beschäftigungsquote der 55- bis unter 65 Jährigen lag im Jahr 2016 bei 47,5 Prozent. Im Jahr 2006 lag die Quote bei 30,9 Prozent.

Nur geringfügige Unterschiede zeigten sich in der Gruppe der älteren Beschäftigten zu den Beschäftigten insgesamt hinsichtlich der Differenzierung nach der Arbeits-zeit. Insgesamt arbeiteten im Juni 2016 rund 28 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weniger als die normalerweise übliche beziehungsweise tariflich festgesetzte Arbeitszeit. Unter den Beschäftigten im Alter von 55 bis unter 65 Jahren ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit rund 33 Prozent etwas höher. Die Zahl der Älteren in Minijobs ist in den letzten zehn Jahren von 47.100 auf 72.200 überdurchschnittlich gestiegen. Somit betrug die Steigerung vom Jahr 2006 zum Jahr 2016 53,4 Prozent.

Rund 23.400 Menschen im Alter von 55 bis unter 65 Jahren waren im Jahresdurchschnitt 2016 arbeitslos. Dies ist eine Steigerung von 22,1 Prozent oder 4.200 Personen gegenüber dem Jahrdurchschnitt 2006. Im April 2017 waren 23.100 Personen arbeitslos.

Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringen hohe berufliche Erfahrung, spezielle Kenntnisse, Motivation und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen mit. Sie haben es aber trotzdem oft schwerer als Jüngere wieder Erfolg auf dem Arbeitsmarkt zu haben, auch weil ihre berufliche Ausbildung länger zurückliegt und das vorhandene Wissen als veraltet eingeschätzt wird.

„Ältere haben im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ein geringeres Risiko arbeitslos zu werden. Allerdings bleibt es weiterhin die Herausforderung, dass ältere Arbeits-lose den Einstieg in Beschäftigung wieder schaffen“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Hieran müssen wir weiter arbeiten. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Arbeitsagenturen und Jobcentern überzeugen wir Tag für Tag Unternehmen von der Leistungsfähigkeit dieser Menschen.“

Zum Vergleich von Abgangschancen aus Arbeitslosigkeit können Abgangsraten herangezogen werden, die den Abgang eines Monats in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf den Arbeitslosenbestand des Vormonats beziehen. Hier lag die monatliche Abgangschance älterer Arbeitsloser im Juni 2016 bei 3,3 Prozent und damit deutlich niedriger als die Abgangschance aller Arbeitsloser von 7,5 Prozent.

Entsprechend kann das Risiko aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden, ermittelt werden, indem der Zugang eines Monats aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zum Beschäftigtenbestand des Vormonats in Relation gesetzt wird. So lag das Risiko aus Beschäftigung heraus arbeitslos zu werden bei den 55- bis unter 65-jährigen mit 0,48 Prozent deutlich niedriger als im Durchschnitt aller Altersklassen mit 0,74 Prozent.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)