Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Jahr 2012 (Zusammenfassung)

  • Beschäftigtenzahl erreichte 2012 neuen Höchststand
  • Arbeitslosenzahl nahezu unverändert  


Beschäftigte

Im Oktober 2012 waren in Rheinland-Pfalz 1.293.100 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 15.100 oder 1,2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Beschäftigtenzahl hat damit einen neuen Höchststand erreicht.

Arbeitslose


Im Jahresdurchschnitt 2012 waren im Land 111.000 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, ebenso wie im Jahresdurchschnitt 2011 Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte zeichnete eine schwächere Entwicklung ab. Seit Mai lagen die Arbeitslosenzahlen stets über dem Niveau des Jahres 2011. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt, wie im Vorjahr, bei 5,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Etwas verschoben haben sich im ablaufenden Jahr die Anteile der Arbeitslosen in den beiden Rechtskreisen. Die Zahl der Arbeitslosen im, aus Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung finanzierten, Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III ist rund 1.400 Personen gestiegen, während die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des steuerfinanzierten Sozialgesetzbuches II (Hartz IV) im gleichen Maße gesunken ist. Im Schnitt gehörten 38,2 Prozent (rund 42.400 Personen) der Arbeitslosen zum Rechtskreis SGB III und damit in die unmittelbare Betreuung der Agentur für Arbeit während 61,8 Prozent (68.700 Personen) der Arbeitslosen durch die Jobcenter betreut wurden.

Deutsche und Ausländer

Eine Veränderung gab es bei der Arbeitsmarktsituation nach Nationalitäten. Während die Zahl der arbeitslosen Deutschen um 500 Personen gesunken ist, ist die der Ausländer um 500 Personen gestiegen. Im Schnitt waren 15,6 Prozent der Arbeitslosen Ausländer 84,4 Prozent Deutsche.

Jugendarbeitslosigkeit


Der Blick über die Grenzen in die Staaten der Europäischen Union lenkt den Fokus aktuell automatisch auf die Jugendarbeitslosigkeit. Während einzelne EU-Staaten mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 50 Prozent kämpfen, ist die Situation in Deutschland und auch in Rheinland-Pfalz wesentlich entspannter. Im Schnitt waren im vergangenen Jahr rund 12.200 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen lag mit einer Quote von 4,8 Prozent um 0,5 Prozentpunkte unter der allgemeinen Arbeitslosigkeit.

Für Jugendliche ist das Risiko arbeitslos zu werden besonders hoch. Von 1.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Jugendlichen werden 16 pro Monat arbeitslos, im Schnitt aller Altersgruppen liegt diese Zahl bei acht. Auf der anderen Seite finden Jugendliche häufig auch schneller wieder einen Arbeitsplatz. Von 1.000 arbeitslosen Jugendlichen finden pro Monat 175 wieder eine Stelle, im Schnitt aller Altersgruppen liegt diese Zahl bei 82 Personen.

Ältere Arbeitslose

Im Jahresdurchschnitt waren rund 35.000 Frauen und Männer in der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt bei den über 50-jährigen mit 5,7 Prozent noch schon deutlich erkennbar über der allgemeinen Quote von 5,3 Prozent. Noch deutlicher wird die Problematik, wenn man in der Altersskala nur ein kleines Stück nach oben geht. Schon in der Gruppe der über 55-Jährigen steigt die Quote auf 6,2 Prozent.

Ältere Arbeitnehmer haben grundsätzlich ein geringeres Risiko arbeitslos zu werden. Von 1.000 beschäftigten älteren Arbeitnehmern werden in der Regel nur 5 pro Monat arbeitslos (Zum Vergleich: allgemein acht pro Monat). Auf der anderen Seite fällt es älteren Arbeitnehmern aber auch besonders schwer wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Von 1.000 arbeitslosen älteren Arbeitnehmern finden pro Monat 33 wieder eine Arbeitsstelle (allgemein 82).

Frauen

Die Arbeitslosigkeit von Frauen ist weit weniger durch saisonale oder konjunkturelle Einflüsse beeinflusst, als die der Männer. Als Folge davon schwankt unterjährig der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen, meist zwischen 46 und 49 Prozent.

In Rheinland-Pfalz waren im abgelaufenen Jahr durchschnittlich 52.300 Frauen arbeitslos gemeldet, 47,1 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Arbeitslosenquote liegt mit 5,3 Prozent auf dem gleichen Wert wie der Durchschnitt aller Arbeitslosen. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der arbeitslosen Frauen um 100 oder 0,1 Prozentpunkte gesunken.

Arbeitsstellen

Stark zurückgegangen ist die Zahl der den gemeinsamen Arbeitgeberservices aus Jobcentern und Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen. Wurden im Jahr 2011 noch rund 103.000 zu besetzende Stellen gemeldet, ist dieser Wert im laufenden Jahr um rund 5.200 (-5,1%) auf knapp rund 97.300 zurückgegangen.


(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)