6. Januar 2020

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Dezember 2019

  • Arbeitslosigkeit ist gestiegen
  • Unternehmen fragen weniger Arbeitskräfte nach
  • Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als zwölf Monate zuvor

Im Dezember wurden in Rheinland-Pfalz mehr arbeitslose Frauen und Männer gezählt. Die Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen ist sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unverändert auf hohem Niveau.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Dezember 96.400 Menschen arbeitslos. Dies waren 2.800 oder 3,0 Prozent mehr als im November und 3.700 oder 4,0 Prozent mehr Arbeitslose als im Dezember 2018.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 4,3 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 4,2 Prozent und vor einem Jahr 4,1 Prozent.

„Im letzten Monat des Jahres 2019 ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Neben den saisonalen Effekten zeigen sich hier auch leichte konjunkturelle Eintrübungen. Mit Blick auf die Stellensituation im gesamten Jahr ist eine nachlassende Kräftenachfrage der Unternehmen erkennbar“, so Walter Hüther, Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Für das Jahr 2020 prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung einen leichten Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 0,6 Prozent und einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,6 Prozent.“ 

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Dezember bei 137.000 Personen. Das waren 2.800 oder 2,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Dezember meldeten sich 10.300 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 100 oder 1,2 Prozent mehr als im November.

Auf der anderen Seite konnten rund 6.000 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 1.300 oder 18,5 Prozent weniger als im Vormonat.

Im Dezember waren 35.900 Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 4.400 oder 11,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit  (10.560), im Handel (3.880), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.710), im Verarbeitenden Gewerbe (3.300) und im Baugewerbe (2.550).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen

Mehr arbeitslose Männer wurden im Dezember gezählt. 54.000 Männer waren arbeitslos gemeldet, 2.100 oder 4,0 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 3.100 oder 6,0 Prozent gestiegen.

Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist gegenüber November ebenfalls gestiegen. 42.400 arbeitslose Frauen wurden gezählt, 700 oder 1,6 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber Dezember 2018 erhöhte sich die Zahl um 600 oder 1,5 Prozent. 

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Dezember 2019 rund 42.200 Personen arbeitslos gemeldet – das waren 43,7 Prozent aller Arbeitslosen. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 2.300 oder 5,8 Prozent gestiegen und gegenüber dem Vorjahr um 3.600 oder 9,5 Prozent.

Im Bereich der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr leicht gestiegen. 54 200 Frauen und Männer waren arbeitslos, 500 oder 0,9 Prozent mehr als im November und 100 oder 0,1 Prozent mehr als im Dezember 2018. Gemessen an allen Arbeitslosen waren es 56,3 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Oktober 2019 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 1.461.900 Beschäftigten 1,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem der Handel (+2.000 auf 204.600), das Gesundheitswesen (+3.200 auf 122.100), das Sozialwesen (+2.400 auf 110.600), das Baugewerbe (+2.000 auf 95.600) sowie der Bereich Erziehung und Unterricht (+2.100 auf 63.100).

Zurückgegangen ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insbesondere in der Zeitarbeit (-2.400 auf 30.500).

Quelle: Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland