29. April 2021

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im April 2021

  • Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit
  • Arbeitskräftenachfrage leicht unter Vormonat
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt auf Vorjahresniveau

In den letzten vier Wochen ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz leicht gesunken. Die Arbeitskräftenachfrage lag unter dem Vormonat, der Bestand an offenen Arbeits-stellen aber über dem Vorjahreswert. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entsprach der des Vorjahres. Unternehmen reichten weniger Anzeigen für Kurzarbeit als im Vormonat ein.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im April 120.200 Frauen und Männer arbeitslos, 2.500 oder 2,0 Prozent weniger als im März. Gegenüber April 2020 wurden 2.800 arbeitslose Personen mehr gezählt. Das entspricht einem Plus von 2,4 Prozent.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen - lag im April bei 5,3 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 5,4 Prozent und vor einem Jahr 5,2 Prozent.

„Nach gut einem Jahr der Pandemie zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin robust. Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht gesunken und befindet sich fast auf dem Niveau des Vorjahres, wobei im April 2020 die Auswirkungen der Pandemie bereits deutlich zu spüren waren. Entscheidend für die zukünftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt ist der weitere Pandemie-Verlauf. Für uns wird in den nächsten Monaten die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit sowie die Lage am Ausbildungsmarkt, inkl. Über-gang Schule-Beruf, eine wichtige Rolle spielen. Für beides sind wir gut aufgestellt“, so Walter Hüther, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeits-marktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im April bei 154.100 Personen. Das waren 1.900 oder 1,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

In den letzten vier Wochen meldeten sich 8.800 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 1.000 oder 12,7 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Gegenüber April 2020 bedeutet dies ein Rückgang um 6.200 oder 41,2 Prozent.

9.400 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 700 oder 8,2 Prozent mehr als im März. Im Vergleich zu April 2020 waren es 3.200 oder 52,7 Prozent mehr.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im April leicht gesunken. Unternehmen meldeten 7.400 neue Arbeitsstellen bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern (in gemeinsamer Trägerschaft). Dies waren 400 oder 4,7 Prozent weniger als vier Wochen zuvor jedoch 4.300 oder 138,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren im April 33.900 Stellen gemeldet, 1.000 oder 3,2 Prozent mehr als im März. Gegenüber dem Vorjahr ist der Stellenbestand mit 3.600 Stellen oder 11,8 Prozent gestiegen. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (8.640), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.770), im Verarbeitenden Gewerbe (3.570), im Handel (3.540) und im Baugewerbe (3.150) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Im Februar 2021 - das ist der derzeit aktuellste Datenstand - wurden 1 441.500 Beschäftigte gezählt. Das entspricht nahezu dem Niveau des Vorjahres (+ 500). Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (+1.800 auf 123.100), das Sozialwesen (+2.200 auf 112.800), die öffentliche Verwaltung (+2.000 auf 97.800), das Baugewerbe (+2.600 auf 95.500) sowie der Bereich Verkehr und Lagerei (+1.400 auf 72.800).

Ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (-7.500 auf 314.800) und im Gastgewerbe (-4.600 auf 39.700) festzustellen.

Kurzarbeit
Im April zeigten die Unternehmen deutlich weniger Kurzarbeit an. Insgesamt gingen 400 Anzeigen für 3.400 Beschäftigte bei den Agenturen für Arbeit ein. Im Februar belief sich die Zahl der Anzeigen noch auf 1.900 und im März auf 800.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Januar 2021 18.700 Betriebe für 115.100 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)