1. August 2017

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Juli 2017

  • Arbeitslosigkeit ist saisonbedingt gestiegen
  • Mehr junge Menschen sind arbeitslos
  • Noch 9.200 Ausbildungsstellen können besetzt werden

Im Juli waren in Rheinland-Pfalz mehr Menschen arbeitslos gemeldet als vier Wochen zuvor. Insbesondere bei jungen Frauen und Männern war dies erkennbar. Die Kräftenachfrage war weiterhin auf hohem Niveau. Unverändert lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung über dem Vorjahreswert.

Im Juli waren nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland rund 107.900 Menschen in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet. Das waren 3.900 oder 3,8 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.200 oder 2,0 Prozent gesunken.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – stieg von 4,7 Prozent im Juni 2017 auf 4,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,0 Prozent.

„Wie in jedem Jahr ist die Arbeitslosigkeit im Juli angestiegen. Als Hauptgründe hierfür sind die Sommerferien und das Ausbildungsende zu nennen. Einige junge Frauen und Männer, die ihre Ausbildung beendet haben, werden vom Ausbildungs-betrieb nicht übernommen und melden sich vorübergehend arbeitslos. Die gute Konjunktur und der Fachkräftebedarf werden dazu beitragen, dass diese jungen Menschen bald wieder eine passende Arbeitsstelle finden werden“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juli bei 151.200 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sind dies 5.500 oder 3,7 Prozent Personen mehr. Hauptursache für den Anstieg sind die Sprachkurse, die derzeit von geflüchteten Menschen besucht werden.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

71.900 Frauen und Männer sind seit Jahresbeginn nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos geworden. Das waren 1.600 oder 2,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

60.700 Menschen haben in diesem Zeitraum ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren 2.400 oder 3,8 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor.

Im vergangenen Monat waren fast 39.100 Stellen gemeldet, 4.800 oder 14,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Zahl der Stellen war in der Zeitarbeit (12.910), im Handel (3.960), im Verarbeitenden Gewerbe (3.730), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.480) und im Gastgewerbe (2.600) gemeldet.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Im Juli waren 57.800 Männer arbeitslos, 1.300 oder 2,3 Prozent mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl gesunken, um 2.000 oder 3,3 Prozent.

50.100 arbeitslose Frauen wurden gezählt, 2.600 oder 5,5 Prozent mehr als im Vormonat. Bei den Frauen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen und zwar um 200 oder 0,5 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Juli 43.400 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 40,2 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 3.900 oder 9,7 Prozent gestiegen. Gegenüber Juli 2016 betrug der Anstieg 2.100 oder 5,0 Prozent.

Im Bereich der Grundsicherung ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit um 70 oder 0,1 Prozent auf 64.500 in den letzten vier Wochen zu verzeichnen. Das sind 59,8 Prozent aller Arbeitslosen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 4.300 oder 6,2 Prozent gesunken.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Mai 2017 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.389.200 Beschäftigten. Das waren 1,9 Prozent mehr als im Mai 2016. Bezogen auf Deutschland stieg die Beschäftigung um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für ein Mehr an Beschäftigung sorgten das Sozialwesen (+2.900 auf 100.800), das Baugewerbe (+3.100 auf 88.000), der Bereich Verkehr und Lagerei (+3.100 auf 66.100) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie zum Beispiel Hausmeisterservices, Wach- und Sicherheitsdienste oder Call-Center (+2.700 auf 46.100).

Zurückgegangen war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Finanz- und Versicherungsbereich (-900 auf 35.800).

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)