30. Juli 2020

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Juli 2020

  • Anstieg der Arbeitslosigkeit
  • Deutlich weniger Stellen als im Vorjahr, jedoch mehr als im Juni 2020
  • Noch 10.000 Ausbildungsstellen sind zu besetzen

Im Juli wurden mehr arbeitslose Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz gezählt als vier Wochen zuvor. Die Betriebe meldeten mehr offene Stellen bei der Agentur für Arbeit. Die Zahl dieser Stellen lag jedoch deutlich unter der Zahl im Jahr 2019. Die Anzeigen für Kurzarbeit befanden sich unverändert auf hohem Niveau, waren in den letzten Wochen jedoch stark rückläufig.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Juli 128.800 Menschen arbeitslos. Das waren 2.300 oder 1,8 Prozent mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit mit 28.200 Personen oder 28,0 Prozent im Plus.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,7 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 5,6 Prozent und vor einem Jahr 4,5 Prozent.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist in den letzten vier Wochen erneut gestiegen. Im Ver-gleich zum Vorjahr sind deutlich mehr Menschen arbeitslos. Allerdings steigt die Arbeitslosigkeit nicht mehr so stark an wie in den letzten Monaten. Im Juli wurden ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung mehr arbeitslose Frauen und Männer gezählt. Hier meldeten sich mehr Menschen arbeitslos als Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Anders sah es im Bereich der Grundsicherung aus: hier ist die Arbeitslosigkeit leicht gesunken“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juli bei 161.000 Personen. Das waren 21.700 oder 15,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Im Monat Juli meldeten sich 9.600 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 1.000 oder 11,1 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Seit Jahresbeginn wurden 80.500 Zugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt, 8.000 oder 11,0 Prozent mehr als im Vorjahr.

7.400 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Minus von 70 oder 1,0 Prozent. Seit Jahresbeginn konnten 51.100 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Das waren 5.400 oder 9,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

28 400 offene Arbeitsstellen waren im Juli gemeldet. Das waren 12.500 oder 30,5 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Die meisten Stellen waren in der Zeit-arbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Mai 2020 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 1.431.700 Beschäftigten 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Kurzarbeit
In der Corona-Krise haben bislang 41.100 Betriebe Kurzarbeit bei den Agenturen für Arbeit angezeigt. In diesen Anzeigen waren 472.600 Beschäftigte angegeben. Die meisten Personen waren in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, in der Gastronomie, im Einzelhandel, im Gesundheitswesen und im Bereich vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und Ausbaugewerbe betroffen.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Hochrechnungen liegen nun für den Monat April vor. Im April haben 29.000 Betriebe für 213.100 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)