30. Juni 2017

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Juni 2017

  • Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit
  • Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor einem Jahr
  • Kräftenachfrage lag auf hohem Niveau
  • Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung: 9.400 junge Menschen sind weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz zeigt sich weiterhin in guter Verfassung. Die Arbeitslosigkeit ist leicht gesunken. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag gegenüber dem Vorjahr im Plus. Die Kräftenachfrage befand sich auf hohem Niveau.

Im Juni waren nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland rund 104.000 Menschen in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet, 900 oder 0,8 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 3.100 oder 2,9 Prozent gesunken.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 4,7 Prozent. Im Mai 2017 betrug die Quote 4,8 Prozent und im Juni 2016 4,9 Prozent.

„Die gute Entwicklung am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt setzt sich fort. Viele Betriebe sind auf der Suche nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Einstellungsbereitschaft spiegelt sich auch in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wider", so Walter Hüther, Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juni bei 148.500 Personen. Gegenüber dem Vorjahr lag diese Zahl mit 5.800 oder 4,1 Prozent im Plus. Auch im Monat Juni waren hierfür die steigenden Zahlen an Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Weiterbildung, in Sprachkursen und in Arbeitsgelegenheiten ursächlich.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Juni meldeten sich 7.200 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 1.200 oder 13,8 Prozent weniger als vier Wochen zuvor.

Fast 6.700 Menschen haben ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren 2.800 oder 29,6 Prozent weniger als im Mai.

Im vergangenen Monat waren 37.800 Stellen gemeldet, 4.200 oder 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Zahl der Stellen war in der Zeitarbeit (12.180), im Verarbeitenden Gewerbe (3.550), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.500), im Baugewerbe (2.530) und im Gastgewerbe (2.510) gemeldet.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Im Juni wurden 56.500 arbeitslose Männer gezählt, 800 oder 1,5 Prozent weniger als im Mai dieses Jahres. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 1.700 oder 2,9 Prozent gesunken.

47.500 Frauen waren arbeitslos gemeldet. Gegenüber Mai war dies ein leichter Rückgang um 30 oder 0,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 1.400 oder 2,9 Prozent gesunken.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden im Juni rund 39.600 arbeitslose Frauen und Männer gezählt – das waren 38,1 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat unverändert. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl um 1.900 oder 5,0 Prozent zu. Unverändert machte sich hier die Änderung bemerkbar, dass die Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von der Agentur für Arbeit und des Jobcenters beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

Im Bereich der Grundsicherung waren im Juni 64.400 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 61,9 Prozent aller rheinland-pfälzischen Arbeitslosen. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 900 oder 1,3 Prozent gesunken. Gegenüber dem Vorjahr fällt der Rückgang deutlicher aus. Hier betrug er 5.000 oder 7,1 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im April 2017 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.383.700 Beschäftigten. Das waren 1,9 Prozent mehr als im Juni 2016. Bezogen auf Deutschland stieg die Beschäftigung um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für ein Mehr an Beschäftigung sorgten vor allem der Handel (+2.100 auf 192.800), das Sozialwesen (+3.100 auf 100.800), das Baugewerbe (+3.200 auf 87.500), der Bereich Verkehr und Lagerei (+3.100 auf 65.800) und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie zum Beispiel Hausmeisterservices, Wach- und Sicherheitsdienste oder Call-Center (+2.600 auf 45.700).

Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Versicherungs- und Finanzbereich (-800 auf 35.900).

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)