1. Juni 2021

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Mai 2021

  • Arbeitslosigkeit ist erneut gesunken
  • Arbeitskräftenachfrage stieg leicht an
  • Ein Großteil der Ausbildungsstellen ist derzeit noch nicht besetzt

Die Arbeitslosigkeit ist erneut zurückgegangen. Die Nachfrage der Unternehmen nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist leicht angestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag geringfügig über dem Vorjahreswert. Die Kurzarbeit sicherte unverändert Arbeitsplätze. Die Anzeigen für Kurzarbeit wurden Monat für Monat geringer.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Mai rund 116.100 Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet, 4.100 oder 3,4 Prozent weniger als im April. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 8.900 oder 7,2 Prozent zurückgegangen.

Die Arbeitslosenquote1 - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – betrug 5,2 Prozent. Vor vier Wochen lag sie bei 5,3 Prozent und vor einem Jahr bei 5,5 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit ist den dritten Monat in Folge gesunken. Im Vergleich zum Mai des ersten Coronajahres verzeichnen wir einen erkennbaren Rückgang. Wenn ich allerdings auf das Jahr 2019, also auf das Jahr vor der Pandemie blicke, sind derzeit noch deutlich mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Mai 2019 wurden 20.200 Arbeitslose weniger gezählt. Beim aktuellen Verlauf des Infektionsgeschehens und der Tatsache, dass die Betriebe offene Stellen melden, sehe ich positive Tendenzen am Arbeitsmarkt. Dennoch gibt es auch Personen, die von dieser Entwicklung momentan noch nicht profitieren. Dies betrifft insbesondere Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Bezugsgröße zur Berechnung der Arbeitslosenquoten wurde im Mai – wie in jedem Jahr – aktualisiert. In Rheinland-Pfalz fällt die Arbeitslosenquote dadurch 0,1 Prozentpunkte höher aus.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Mai bei 150.800 Personen und ist somit gegenüber dem Vorjahr um 7.500 oder 4,7 Prozent zurückgegangen.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Mai meldeten sich 7.400 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 1.400 oder 15,7 Prozent weniger als im April. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Rückgang 3.800 oder 33,5 Prozent.

Auf der anderen Seite haben 8.500 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, 900 oder 9,7 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zu Mai 2020 konnten 2.700 oder 46,0 Prozent Menschen mehr eine Beschäftigung finden.

Im Monat Mai meldeten die Unternehmen 7.500 offene Arbeitsstellen, 100 oder 0,9 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Insgesamt waren 34.700 Stellen gemeldet. Dies bedeutet ein Plus von 800 Stellen oder 2,4 Prozent im Vergleich zu April. Gegenüber Mai 2020 konnten 6.500 offene Stellen mehr gezählt werden (+22,9 Prozent). Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (8.970), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.770), im Handel (3.720), im Verarbeitenden Gewerbe (3.710) und im Baugewerbe (3.140) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im März 2021 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.444.900 Beschäftigten. Das waren 0,2 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung auf dem Vorjahresniveau. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem das Sozialwesen (+2.300 auf 112.900), die öffentliche Verwaltung (+2.200 auf 98.200), das Baugewerbe (+2.600 auf 96.500) sowie die Zeitarbeit (+2.000 auf 29.900). Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung unter anderem im Verarbeitenden Gewerbe (-6.700 auf 314.900) und im Gastgewerbe (-4.400 auf 39.900).

Kurzarbeit
Im Mai zeigten die Unternehmen deutlich weniger Kurzarbeit an. Insgesamt gingen 360 Anzeigen für 4.000 Beschäftigte bei den Agenturen für Arbeit ein. Im Januar belief sich die Zahl der Anzeigen noch auf 4.100 für 35.400 Mitarbeiter. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Februar 2021 19.300 Betriebe für 116.200 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)