29. September 2017

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im September 2017

Erneuter Rückgang der Arbeitslosigkeit
Kräftenachfrage weiterhin auf hohem Niveau
Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor einem Jahr

Der Arbeitsmarkt hat sich im September positiv entwickelt. Im Zuge der Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst und die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt unverändert über dem Vorjahr.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im September insgesamt 100.800 Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz arbeitslos. Das waren 5.300 oder 5,0 Prozent weniger als im August 2017 und fast 6.800 oder 6,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen - fiel von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,9 Prozent.

„Diesen Monat ist die Arbeitslosenquote auf den geringsten Stand der letzten 20 Jahre gesunken. Unsere Konjunktur ist stabil und das schlägt sich auf den Arbeitsmarkt nieder“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz- Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften wächst stetig. Der BA-X regional, der Indikator für die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften in Rheinland-Pfalz hat im September einen neuen Höchstwert erreicht.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im September bei 144.400 Personen. Das waren mit 400 oder 0,2 Prozent nur wenige Personen mehr als im September 2016.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn meldeten sich 90.600 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, rund 3.400 oder 3,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Auf der anderen Seite konnten bis September rund 79.400 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 2.200 oder 2,7 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor.

Im September waren 40.500 Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 6.400 oder 18,7 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (13.380), im Handel (4.290), im Verarbeitenden Gewerbe (3.740), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.460) und im Baugewerbe (2.860).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Die Zahl der arbeitslosen Männer ging in den letzten vier Wochen um rund 2.600 oder 4,5 Prozent auf 54 .00 zurück. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 4.200 oder 7,1 Prozent gesunken.

Auch bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen: gegenüber dem Vormonat um 2.800 oder 5,6 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 2.600 oder 5,3 Prozent.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigte sich insbesondere bei der Personengruppe der Jüngeren. Im September waren 1.200 oder 9,3 Prozent junge Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als vier Wochen zuvor. Gegenüber September 2016 betrug der Rückgang 900 oder 7,0 Prozent. Viele Jüngere konnten nach kurzer Dauer der Arbeitslosigkeit eine Arbeitsstelle finden. Andere haben ein Studium begonnen oder einen weiteren Schulbesuch.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im September 2017 rund 39.200 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – das waren 38,9 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 2.700 oder 6,3 Prozent gesunken und gegenüber dem Vorjahr um 500 oder 1,3 Prozent.

Im Bereich der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr zurückgegangen. Gegenüber August 2017 betrug der Rückgang 2.700 oder 4,2 Prozent und gegenüber dem Vorjahr 6.300 oder 9,3 Prozent. Bei dieser Veränderung zum Vorjahr ist auch zu berücksichtigen, dass Arbeitslose, die zeitgleich Arbeitslosengeld von der Agentur und des Jobcenters beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden. Im Bereich der Grundsicherung waren 61,1 Prozent der rheinland-pfälzischen Arbeitslosen gemeldet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Juli 2017 – das ist der aktuellste Datenstand – mit rund 1.383.900 Beschäftigten 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dieser Wert lag nur leicht unter dem Deutschlandwert: in Deutschland lag die Beschäftigung 2,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für mehr Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem der Handel (+3.200 auf 192.500), das Sozialwesen (+3.000 auf 100.100), das Baugewerbe (+3.000 auf 88.100), der Bereich Verkehr und Lagerei (+3.600 auf 66.400) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen beispielsweise Hausmeisterservices und Wachdienste gehören (+2.700 auf 46.600).

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)