MINT-Berufe - Arbeitsmarkt

Bild: IW Köln

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2013 arbeiteten in Rheinland-Pfalz 24 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). MINT-Berufe sind nach wie vor Männerdomänen - nur 12 Prozent der MINT-Beschäftigten waren Frauen Im Jahr 2013 waren in Rheinland-Pfalz rund 313.100 Frauen und Männer in einem sogenannten MINT-Beruf sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Dabei steht die Abkürzung MINT nicht für eine homogene Berufsgruppe, sondern für eine Vielzahl unterschiedlicher Berufe, denen allen gemeinsam ist, dass für die Ausübung weitgehende Kenntnisse oder Fertigkeiten aus dem Feld der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaften oder der Technik notwendig sind. Bezogen auf alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war dies ein Anteil von 24 Prozent.

Betrachtet man die einzelnen MINT-Buchstaben eingehender, kommt dem "T" ein besonderes Gewicht zu. 84 Prozent aller MINT-Fachleute, das sind 263.100 Menschen, waren 2013 in technischen Berufen sozialversicherungspflichtig tätig. Hierzu zählten beispielsweise Mechatroniker/innen, Elektroniker/innen oder Ingenieure/innen. 10 Prozent der MINT-Beschäftigten hatte den beruflichen Schwerpunkt im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften beispielsweise als Biologe/in, Laborant/in oder mathematisch-technischer Assistent/in und 6 Prozent arbeiteten im Feld der Informatik.

Analysiert man die Beschäftigung nach den unterschiedlichen Anforderungsniveaus, liegt der zahlenmäßige Schwerpunkt mit 209.900 Beschäftigten bei den Fachkräften (67 %). 22 Prozent der MINT-Beschäftigten arbeiteten als Spezialist/in im mittleren Qualifikationssegment mit einem Meister-, Techniker- oder Bachelorberuf. 11 Prozent übten eine hochqualifizierte Experten/innen-Tätigkeit aus, für deren Wahrnehmung eine mindestens vierjährige Hochschulausbildung oder vergleichbare Kompetenzen Voraussetzung sind.

Frauen sind mit einem Anteil von 12 Prozent an den MINT-Beschäftigten nach wie vor deutlich in der Minderzahl. Davon arbeiten 62 Prozent der Frauen als Fachkräfte, 23 Prozent als Spezialistinnen und 15 Prozent als Expertinnen.

"Auch heute sind MINT-Berufe noch immer eine Männerdomäne. Trotz vielfacher Initiativen, wie zum Beispiel dem Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen, ist der Anteil von Frauen in diesem Bereich gering", so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion-Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. "MINT-Berufe sind zukunftsträchtig und in der Regel gut bezahlt. Auch deshalb bleibt es weiter Trend, verstärkt Frauen für diese Berufe zu gewinnen. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung brauchen die Unternehmen diese gut qualifizierten Frauen. Ob sich mehr junge Frauen für einen MINT-Beruf oder ein MINT-Studium entscheiden, hängt von den Berufsaussichten und den Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab."

Im Jahr 2013 waren durchschnittlich 13.200 Frauen und Männer, die eine MINT-Tätigkeit anstrebten, in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet. Knapp drei Viertel der MINT-Arbeitslosen suchten eine Anstellung auf Facharbeiterniveau. Das restliche Viertel entfiel etwa je zur Hälfte auf Arbeitslose mit Meister-, Techniker- oder Bachelorberufen beziehungsweise Experten/innen mit mindestens vierjähriger akademischer Ausbildung.

30 Prozent aller gemeldeten Stellen im Jahr 2013 bezogen sich auf MINT-Berufe. 76 Prozent der Stellenangebote für MINT-Fachleute richteten sich an nichtakademische Fachkräfte (rund 4.600 Stellen). 12 Prozent standen für Spezialisten und ebenso 12 Prozent der Stellen für Experten zur Verfügung. Auch der Ausbildungsmarkt spiegelt wider, dass MINT-Berufe von Männern dominiert werden. So wurden zum Stichtag 31.12.2013 rund 26.900 Auszubildende in MINT-Berufen gezählt. Lediglich 9 Prozent der Auszubildenden waren weiblich.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion-Rheinland-Pfalz-Saarland)