5. Februar 2019

Der rheinland-pfälzische Ausbildungsmarkt 2017 / 2018

26.900 junge Frauen und Männer fragten bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern nach einer Ausbildungsstelle nach
28.600 Ausbildungsstellen wurden gemeldet
Weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als im Vorjahr
Im Berufsberatungsjahr 2017/2018, das den Zeitraum von Oktober 2017 bis September 2018 umfasst, schalteten 26.900 junge Frauen und Männer die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle ein. Gegenüber dem Vorjahr waren es 800 oder 3,0 Prozent weniger.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen erhöhte sich in diesem Zeitraum: es wurden 28.600 Stellen gemeldet, 950 oder 3,4 Prozent mehr.

Bis zum 30. September konnten rund 800 Jugendliche ihre Ausbildungsplatzsuche nicht erfolgreich abschließen. 2 600 Ausbildungsstellen waren noch zu besetzen.

„Mehr gemeldete Berufsausbildungsstellen und ein leichter Rückgang bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern, so lässt sich der Ausbildungsmarkt 2017/2018 in Rheinland-Pfalz zusammenfassen. In diesem Jahr sind im Land mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Unternehmen erkennen in einigen Fällen schon, dass sie bei der Stellenbesetzung auch Jugendliche in ihren Blick nehmen sollten, die nicht auf Anhieb zu den Wunschkandidaten zählen. Oft zeigt sich im Verlauf der Ausbildung, dass gerade diese jungen Frauen und Männer sich sehr gut entwickeln. Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter halten eine ganze Palette an Fördermöglichkeiten bereit, um hier bei Bedarf zu unterstützen", so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Ergebnisse im Beratungsjahr 2017/2018 im Einzelnen:

1. Nachfrage nach Ausbildung
Von Oktober 2017 bis September 2018 haben rund 26 900 rheinland-pfälzische Jugendliche bei den Agenturen für Arbeit oder einem der Jobcenter nach einer Ausbildungsstelle nachgefragt, 800 oder 3,0 Prozent weniger als im vorangegangenen Beratungsjahr.
Der Anteil der jungen Männer war mit 60,6 Prozent höher als der der Frauen. 16.300 der Ausbildungsbewerber waren junge Männer, 10.600 junge Frauen. Auch in diesem Beratungsjahr wiesen die Frauen höhere Schulabschlüsse nach. 32,0 Prozent der ausbildungssuchenden Frauen verfügten über die Fachhochschulreife oder das Abitur, bei den Männern waren es dagegen 23,9 Prozent. Einen Hauptschulabschluss hatten 37,9 Prozent der jungen Männer und 29,6 Prozent der Frauen.
Unverändert ist der Berufswunsch der meisten jungen Frauen auf zehn Berufe konzentriert. 58,5 Prozent der Frauen interessierten sich für folgende Berufe:
Kauffrau für Büromanagement
Verkäuferin
Medizinische Fachangestellte
Kauffrau im Einzelhandel
Friseurin
Industriekauffrau
Zahnmedizinische Fachangestellte
Verwaltungsfachangestellte für Kommunalverwaltung
Tiermedizinische Fachangestellte
Drogistin
Bei den jungen Männern waren die Berufswünsche breiter gestreut. Bei 38,7 Prozent der Bewerber standen die folgenden Berufe ganz oben auf der Wunschliste:
KFZ-Mechatroniker für PKW-Technik
Verkäufer
Kaufmann für Büromanagement
Kaufmann im Einzelhandel
Industriemechaniker
Tischler
Fachlagerist
Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik
Elektroniker für Energie-/Gebäudetechnik
Fachinformatiker - Systemintegration
Der größte Anteil der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber (52,4 Prozent) hat eine Berufsausbildung aufgenommen. Für einen weiteren Schulbesuch, Studium oder Praktikum entschieden sich 15,6 Prozent der Jugendlichen. In Fördermaßnahmen wie zum Beispiel berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder Einstiegsqualifizierung mündeten 3,2 Prozent ein. Andere Jugendliche haben beispielsweise eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, begannen einen sozialen Dienst oder einen Jugendfreiwilligendienst.

Ende September waren noch 800 Bewerberinnen und Bewerber „unversorgt", das heißt sie hatten weder einen Ausbildungsplatz noch eine sonstige Alternative. Gegenüber dem Vorjahr ist diese Zahl um 40 oder 5,7 Prozent gestiegen. Auch in diesem Beratungsjahr war es insbesondere Jugendlichen, die schon in den früheren Jahren die Schule beendet haben, schwerer gefallen eine Lehrstelle zu finden. Ihr Anteil an den sogenannten unversorgten Bewerbern betrug 67,4 Prozent.

2. Das Angebot an Ausbildungsstellen

Im Beratungsjahr 2017/2018 wurden 28.600 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 950 oder 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die meisten Ausbildungsstellen wurden für folgende Berufe gemeldet:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel (1.620)
Verkäufer/in (1.550)
Kaufmann/-frau für Büromanagement (1.530)
Industriekaufmann/-frau (770)
Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (730)
Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik (690)
Fachkraft Lagerlogistik (690)
Medizinische/r Fachangestellte/r (670)
Handelsfachwirt/in (660)
Koch/Köchin (610)
Ende September waren noch 2.600 Ausbildungsstellen zu besetzen. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Rückgang von 70 Stellen oder 2,5 Prozent.

Die besten Chancen haben Bewerberinnen und Bewerber derzeit noch im Hotel- und Gaststättenbereich, im Verkauf sowie im Fleischer- und Bäckereihandwerk. Aber auch für den Ausbildungsberuf des Handelsfachwirts, den Kaufmann im Büromanagement und den Zahnmedizinischen Fachangestellten werden noch Bewerberinnen und Bewerber gesucht.

3. Förderangebote der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter
Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter halten ein breit gefächertes Angebot bereit, um junge Menschen beim Berufseinstieg oder auch während der Berufsausbildung zu unterstützen. Hierzu zählen zum Beispiel die Berufseinstiegsbegleitung, ausbildungsbegleitende Hilfen, Assistierte Ausbildung,
Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder die Einstiegsqualifizierung. In diesem Jahr stehen hierfür insgesamt 91,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Gerne beraten die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Berufsberatung vor Ort. Jugendliche können unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 Informationen einholen oder einen Termin vereinbaren.
Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern steht die kostenfreie Telefonnummer 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)