24. September 2019

Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2019 gesunken.

Preisbereinigt war die Wirtschaftsleistung 0,9 Prozent niedriger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Dies ist allerdings unter anderem auf einen Sondereffekt in einem Wirtschaftszweig des Verarbeitenden Gewerbes zurückzuführen, der nicht die allgemeine konjunkturelle Entwicklung widerspiegelt. Im Jahr 2018 hatte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt noch um 1,7 Prozent zugenommen. Ein Rückgang wurde zuletzt im Jahr 2013 verzeichnet. Im Bundesdurchschnitt stieg die Summe der erbrachten wirtschaftlichen Leistung im ersten Halbjahr um 0,4 Prozent, in den alten Ländern ohne Berlin betrug das Plus ebenfalls 0,4 Prozent.

In jeweiligen Preisen erhöhte sich die Wirtschaftsleistung in Rheinland-Pfalz um 1,3 Prozent (Deutschland: +2,4 %; alte Länder ohne Berlin: +2,3 %). Diese Angaben basieren auf einer ersten, vorläufigen Berechnung des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder".

Rückläufige Umsätze in der Industrie
Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Halbjahr 2019 ist vor allem auf das Verarbeitende Gewerbe zurückzuführen, auf das gut ein Viertel der gesamten Wertschöpfung entfällt. Der Umsatz der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe mit 50 und mehr Beschäftigten nahm in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2018 um 6,3 Prozent ab (D: -0,3 %). Zu diesem Minus trugen in Rheinland-Pfalz sowohl das Inlandsgeschäft als auch das Auslandsgeschäft bei. Die Inlandsumsätze gingen um 4,5 Prozent zurück (D: -1,1 %). Die Auslandsumsätze sanken um 7,7 Prozent (D: +0,4 %).

Von den drei umsatzstärksten Branchen in Rheinland-Pfalz verbuchte lediglich der Fahrzeugbau Zuwächse gegenüber dem ersten Halbjahr 2018. Das Umsatzwachstum im Fahrzeugbau lag mit plus 11 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Insbesondere die Auslandsumsätze stiegen kräftig. In der Chemischen Industrie, der größten Branche in Rheinland-Pfalz, und im Maschinenbau nahmen die Erlöse dagegen um 3,6 bzw. 6,7 Prozent ab. Den größten Umsatzrückgang verzeichnete die Pharmazeutische Industrie mit minus 61 Prozent aufgrund eines Sondereffekts.

Das Baugewerbe entwickelte sich im ersten Halbjahr positiv. Im Bauhauptgewerbe stiegen die Umsätze in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten um 13 Prozent (D: +12 %). Dazu trugen sowohl der Hochbau als auch der Tiefbau bei. Im Bereich des Hochbaus kamen Wachstumsimpulse vor allem aus dem gewerblichen Bereich. Im Tiefbau erzielte der sonstige öffentliche Tiefbau (ohne Straßenbau) den größten Umsatzzuwachs. Im Ausbaugewerbe nahmen die Erlöse gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 um 7,2 Prozent zu, während sie in Deutschland um 9,1 Prozent stiegen. Das Baugewerbe trägt rund fünf Prozent zur rheinland-pfälzischen Wertschöpfung bei.

Dienstleistungsbereiche legten zu
Auch der Dienstleistungssektor, der knapp zwei Drittel der gesamten Bruttowertschöpfung ausmacht, verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 ein Wachstum. Dazu trugen fast alle Bereiche bei. Im Vergleich zu Deutschland überdurchschnittlich entwickelte sich der Handel. Im rheinland-pfälzischen Großhandel legten die Umsätze gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 preisbereinigt um 5,1 Prozent zu (D: +1,5 %). Der Kfz-Handel steigerte seinen Umsatz um 2,7 Prozent (D: +2,1 %). Im Einzelhandel fiel die Zunahme dagegen mit plus 1,2 Prozent geringer aus als im Bundesdurchschnitt (D: +2,5 %).

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)