Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Dezember 2025 und Rückblick auf das Jahr 2025
- Arbeitslosigkeit im Dezember leicht gestiegen
- Weniger offene Arbeitsstellen als ein Jahr zuvor
- Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag auf dem Vorjahresniveau
Im letzten Monat des Jahres 2025 waren etwas mehr Menschen in Rheinland-Pfalz arbeitslos als vier Wochen zuvor. Die Zahl der offenen Arbeitsstellen lag unter dem Vorjahreswert und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verharrte auf dem Vorjahreswert.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Dezember 125 300 Frauen und Männer arbeitslos, 1 900 oder 1,6 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 4 900 oder 4,1 Prozent arbeitslose Menschen mehr gezählt.
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,5 Prozent. Einen Monat zuvor betrug sie 5,4 Prozent und zwölf Monate zuvor 5,3 Prozent.
„Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz nur leicht gestiegen. Mit rund 1 900 arbeitslosen Menschen mehr stieg die Arbeitslosigkeit jedoch stärker an als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Konjunkturelle Einflüsse bewirken, dass die Arbeitslosigkeit im Dezember vergleichsweise hoch liegt. Trotz dieser Entwicklung verzeichnen wir in Rheinland-Pfalz die dritt niedrigste Arbeitslosigkeit in Deutschland und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte sich stabil“, sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Dezember bei 154 700 Personen. Das waren 600 oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.
Seit Jahresbeginn haben sich 117 800 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Dies waren 4 700 oder 4,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.
93 100 Personen konnten von Januar bis Dezember die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 4 700 oder 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Im letzten Monat des Jahres waren 32 000 offene Arbeitsstellen registriert, 4 100 oder 11,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 210), im Handel (4 250), im Gesundheits- und Sozialwesen (4 090), im Verarbeitenden Gewerbe (3 630) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 430) gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Oktober 2025 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 504 200 Beschäftigten auf dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung ebenfalls auf dem Vorjahresniveau.
Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 300 auf 132 300), das Sozialwesen (plus 2 100 auf 121 400), die öffentliche Verwaltung (plus 2 400 auf 109 300), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 1 300 auf 91 800) sowie der Bereich Verkehr und Lagerei (plus 1 300 auf 78 000).
Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 6 700 auf 304 100) und im Baugewerbe (minus 1 500 auf 96 700) erkennbar.
Kurzarbeit
Im Dezember reichten 70 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein.
Die Anzeigen bezogen sich auf 1 300 Beschäftigte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im September 300 Betriebe für 4 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.
Rückblick auf das Jahr 2025
„Im Jahr 2025 wurde die konjunkturelle Krise am rheinland-pfälzischen Arbeitsmarkt deutlich. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist gestiegen. Betroffen von diesem Anstieg waren alle Personengruppen. Mit einem Anstieg von 5,5 Prozent waren auch jüngere Menschen betroffen. Daher muss es unverändert unser Ziel bleiben, präventiv und frühzeitig anzusetzen, um junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf bestmöglich zu unterstützen. Unser Anspruch lautet: Niemand darf verloren gehen – unabhängig von seinen oder ihren Startbedingungen. Unsere Berufsberaterinnen und -berater beraten und unterstützen die jungen Menschen ganz individuell“, berichtet Heidrun Schulz
Die Entwicklung im Einzelnen:
Arbeitslosigkeit
Im Jahr 2025 wurden 126 100 arbeitslose Menschen gezählt, 5 500 oder 4,6 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit erfolgte insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Hier waren 52 700 Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 4 400 oder 9,2 Prozent mehr. Im Bereich der Grundsicherung waren 1 100 Personen mehr arbeitslos (plus 1,5 Prozent). Insgesamt waren im Bereich der Grundsicherung 73 400 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.
Bei den Männern stieg die Arbeitslosigkeit um 3 700 oder 5,5 Prozent an. Im Jahresdurchschnitt waren im Jahr 2025 70 200 Männer arbeitslos. 55 900 arbeitslose Frauen wurden gezählt, 1 800 oder 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Jugendarbeitslosigkeit wuchs um 5,5 Prozent (plus 700) auf rund 12 800 Personen.
Bei den älteren Arbeitslosen war ein Anstieg um 1 600 oder 3,9 Prozent zu verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt waren 43 400 Menschen über 50 Jahre arbeitslos.
44 200 Menschen mit einem ausländischen Pass waren im letzten Jahr arbeitslos gemeldet. Dies waren 1 000 oder 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg um 3 200 Personen auf 42 000 an (plus 8,3 Prozent).
Arbeitskräftenachfrage
Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Jahr 2025 deutlich zurück. Im Jahresdurchschnitt wurden 33 500 offene Stellen gezählt. Dies waren 3 500 oder 9,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit vom 07.01.2026