Arbeitsmarktzahlen RLP

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im September 2021

  • Weniger Arbeitslose in Rheinland-Pfalz
  • Viele offene Arbeitsstellen
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag über dem Vorjahresniveau

Im September wurden weniger arbeitslose Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz gezählt. Die Arbeitskräftenachfrage lag unverändert auf hohem Niveau und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten überschritt den Wert des Jahres 2020. Kurzarbeit wurde in geringem Umfang angezeigt.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im September 2021 rund 104.200 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 6.200 oder 5,6 Prozent weniger als im August 2021. Mit Blick auf das Vorjahr waren in Rheinland-Pfalz 18.300 Menschen oder 14,9 Prozent weniger arbeitslos. Im September 2019 und somit vor der Corona-Pandemie wurden 95.500 Arbeitslose gezählt. Dies waren 8.700 oder 8,4 Prozent weniger als in diesem Monat.

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – betrug im September 4,6 Prozent. Im August lag sie bei 4,9 Prozent und vor einem Jahr bei 5,4 Prozent.

„In den letzten vier Wochen zeigte sich eine typische September-Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vormonat gesunken. Erfreulich ist, dass alle Personengruppen hiervon profitieren konnten. Am deutlichsten ging die Arbeitslosigkeit bei jüngeren Frauen und Männern zurück. Diese hatten sich zum Teil nach dem Abschluss der Berufsausbildung arbeitslos gemeldet und haben nun den Sprung in eine Beschäftigung geschafft“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im September bei 136.400 Personen und somit 20.400 oder 13,0 Prozent unter dem Vorjahr.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung. In den letzten vier Wochen meldeten sich 8.000 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 1.000 oder 11,0 Prozent weniger als im August. Gegenüber dem Vorjahr waren es 500 oder 6,3 Prozent weniger.

Auf der anderen Seite haben 9.800 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, 1.600 oder 19,4 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zu September 2020 gelang es 800 Menschen oder 7,8 Prozent weniger eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Seit Jahresbeginn sind 75.000 Frauen und Männer in eine Beschäftigung eingemündet, 5.000 oder 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

41.600 offene Arbeitsstellen waren im September gemeldet. Das waren 750 Stellen oder 1,8 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Vorjahrwurden 37,7 Prozent mehr Stellen gezählt (+11.400). Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (10.000), im Handel (4.810), im Verarbeitenden Gewerbe (4.550), im Gesundheits- und Sozialwesen (4.250) sowie im Baugewerbe (3.500) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli 2021 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.447.900 Beschäftigten. Das waren 1,7 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem das Gesundheitswesen (+3.200 auf 123.100), das Baugewerbe (+2 700 auf 97.000), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.700 auf 79.300) sowie die Zeitarbeit (+5.000 auf 31.700).

Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (-2.500 auf 313.200) und bei den sonstigen und privaten Dienstleistungen (-900 auf 51.400).

Kurzarbeit
Im September ist die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit erneut gesunken. Nur noch 110 Anzeigen sind bei den Agenturen für Arbeit eingegangen. Diese Anzeigen bezogen sich auf 2.300 Beschäftigte. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 50.100 Anzeigen für 556.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezählt.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juni 2021 9.600 Unternehmen für 51.700 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)