Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im September 2026

  • Rückgang der Arbeitslosigkeit
  • Kräftenachfrage der Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen
  • Etwas weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Im September wurden in Rheinland-Pfalz weniger arbeitslose Menschen gezählt. Betriebe meldeten im Vergleich zum Vorjahr mehr offene Arbeitsstellen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unter dem Vorjahreswert.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im September 126 700 Frauen und Männer arbeitslos, 2 900 oder 2,2 Prozent weniger als im August dieses Jahres. Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Anstieg von 1 700 Arbeitslosen
registriert (plus 1,3 Prozent).

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,5 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 5,6 Prozent und vor einem Jahr 5,4 Prozent.

„Am Arbeitsmarkt zeigt sich die Herbstbelebung. Saisonbedingt waren im September weniger Menschen arbeitslos. Allerdings ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit geringer als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die verhaltene Konjunktur hinterlässt ihre Spuren“, sagt Ulrike Mohrs, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Eine Trendwende am Arbeitsmarkt sehe ich derzeit noch nicht.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im September bei 155 300 Personen. Das waren 1 600 oder 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn haben sich 90 300 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 2 300 Personen oder 2,7 Prozent mehr.

73 500 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 2 300 oder 3,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Seit Jahresbeginn meldeten die Betriebe 54 800 Arbeitsstellen, 530 Stellen mehr als ein Jahr zuvor (plus 1,0 Prozent). Insgesamt waren im September 32 900 offene Arbeitsstellen registriert, 500 Stellen oder 1,6 Prozent mehr als im September 2025. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 370), im Handel (4 660), im Gesundheits- und Sozialwesen (3 980), im Verarbeitenden Gewerbe (3 980) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 140) gemeldet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Juli 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 476 300 Beschäftigten 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung ebenfalls 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 500 auf 131 400), das Sozialwesen (plus 2 500 auf 120 500), die öffentliche Verwaltung (plus 1 500 auf 109 100) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 1 800 auf 54 800).

Ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 6 500 auf 295 900) sowie im Handel (minus 2 900 auf 198 300) erkennbar.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Im September reichten 50 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 860 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juni 2026 230 Betriebe für 3 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt

Quelle: Bundesagentur für Arbeit vom 30.09.2026