Arbeitsmarktzahlen RLP

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Oktober 2021

  • Arbeitslosigkeit ist erneut gesunken
  • Unternehmen fragen verstärkt Arbeitskräfte nach
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag über dem Vorjahreswert

Im Oktober ging die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz erneut zurück. Betriebe meldeten mehr Arbeitsstellen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag über dem Vorjahresniveau.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Oktober rund 100 300 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 3.900 oder 3,8 Prozent weniger als vier Wochen zuvor und 18.400 Arbeitslose oder 15,5 Prozent weniger als im Oktober 2020. Im Oktober 2019 und somit vor der Corona-Pandemie waren 94.700 Arbeitslose registriert. Dies waren 5.600 oder 5,6 Prozent weniger als in diesem Monat.

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – betrug im Oktober 4,4 Prozent. Im September lag sie bei 4,6 Prozent und vor einem Jahr bei 5,2 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt befindet sich auf Erholungskurs. Ein deutliches Indiz hierfür ist die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen. Diese zeigen sowohl im Stellenbestand als auch beim Zugang neuer Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme. Die aktuellen Werte liegen sogar über dem Niveau des Oktobermonats 2019 und somit vor der Pandemie. Die meisten Stellen sind für ausgebildete Fachkräfte gemeldet – ein deutliches Zeichen dafür, dass die zentrale Frage am Arbeits-markt die nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein wird“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeits-marktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Oktober bei 132.100 Personen und somit 20.000 oder 13,2 Prozent unter dem Vorjahr.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

In den letzten vier Wochen meldeten sich 8.000 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, nur geringfügig weniger als im September (- 5 oder 0,1 %). Gegenüber dem Vorjahr waren es 1.400 oder 14,5 Prozent weniger.

Auf der anderen Seite haben 7.600 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, 2.200 oder 22,2 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zu Oktober 2020 gelang es 2.000 Menschen oder 20,7 Prozent weniger eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Seit Jahresbeginn sind 82.600 Frauen und Männer in eine Beschäftigung eingemündet, 3.100 oder 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

In den letzten vier Wochen meldeten die Unternehmen mehr Stellen. 8.000 neue Arbeitsstellen kamen hinzu, 300 oder 3,2 Prozent mehr als im September. Im Ver-gleich zum Vorjahr lag der Stellenzugang mit 700 Stellen oder 9,2 Prozent im Plus. Insgesamt waren 42.100 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 400 Stellen oder 1,0 Prozent mehr als vier Wochen zuvor und 11.000 oder 35,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (9.930), im Handel (4.940), im Verarbeitenden Gewerbe (4.690), im Gesundheits- und Sozialwesen (4.320) sowie im Baugewerbe (3.520) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im August – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.464.100 Beschäftigten. Das waren 1,5 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung ebenfalls 1,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem der Handel      (+2.700 auf 207.000), das Gesundheitswesen (+ 2.700 auf 124.400), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.600 auf 80.300), der Bereich Verkehr und Lagerei (+2.400 auf 73.500) sowie die Zeitarbeit (+5.000 auf 32.000).

Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (-2.100 auf 315.600) und bei den sonstigen und privaten Dienstleistungen (-1.100 auf 51.900).

Kurzarbeit
Im Oktober sind 150 Anzeigen auf Kurzarbeit bei den Agenturen für Arbeit eingegangen. Das entsprach in etwa der Zahl des Vormonats. Im Oktober bezogen sich die Anzeigen über Kurzarbeit auf 3.100 Beschäftigte. Im September waren 3.900 Personen betroffen.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juli 2021 6.800 Unternehmen für 36.200 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)