16. November 2020

"Keine Perspektive trotz verschärfter Empfehlungen"

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / bildschoen13

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / bildschoen13

Im Anschluss an die heutige Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder äußert sich Dr. Gerhard F. Braun, Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, folgendermaßen:

  • "Die Beschlüsse der Konferenz sind nicht zufriedenstellend. Es wurden abermals keine Perspektiven aufgezeigt. Bereits Ende Oktober war absehbar, dass die ab 2. November geltenden Einschränkungen nicht schon nach zwei Wochen zu sinkenden Infektionszahlen führen werden. Die Menschen und Unternehmen werden von Woche zu Woche vertröstet. Bisher ist kein klares Konzept erkennbar, wie es in den kommenden Wochen und Monaten weitergehen soll. Man kann die Wirtschaft in diesem Land nicht einfach wie einen Wasserhahn auf und zudrehen."
  • "Die Akzeptanz der Bevölkerung für Einschränkungen hängt von deren Nachvollziehbarkeit und den damit verbundenen Perspektiven ab. Die Wirtschaft erwartet endlich einen klaren Fahrplan für den Winter. Planbarkeit und Investitionssicherheit sind in dieser schweren Rezession unverzichtbar. Fehlende Perspektive führt zu Insolvenzen und Standortfragen.“
  • "Die Arbeitgeber übernehmen Verantwortung für ihre Beschäftigten. Gesundheits- und Arbeitsschutz stehen dabei an oberster Stelle. Die Wirtschaft hat bereits sehr viel in die Bekämpfung der Pandemie investiert. Allerdings sind die Kosten durch Schutzmaßnahmen, ausbleibende Umsätze oder gar verordnete Schließungen enorm. Der Lockdown im November kostet laut dem Institut der deutschen Wirtschaft rund 17 Milliarden Euro an Wertschöpfung."
  • „In diesem Zusammenhang sorgt die Aussage der Kanzlerin, nach der jeder mit Symptomen einer Atemwegserkrankung bis zum Abklingen Zuhause bleiben soll, für Bestürzen. Faktisch müssten die Arbeitgeber auf jeden Beschäftigten verzichten, der sich am Morgen im Unternehmen meldet und sagt, dass er Schnupfen hat. Diese Praxis würde zwangsläufig zu einer großen Zahl von Betriebsschließungen führen.“
  • „Hinzu kommt, dass wir auf einen Notstand an Schulen und Betreuungseinrichtungen zulaufen. Auch dort würde dann eben jenes Personal fehlen, dass mit einem Schnupfen Zuhause bleiben soll. Das hat auch zur Konsequenz, dass Mitarbeiter in den Unternehmen nicht zur Arbeit kommen können, weil sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Die wirtschaftlichen und strukturellen Folgen wären imens.“