7. Juni 2019

LVU-Hauptgeschäftsführer Tacke zur Presseinformation des DGB zum Niedriglohnsektor

LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke. Bild: LVU / Strussione

LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke. Bild: LVU / Strussione

„Der DGB redet in gewohnter Manier die Erfolge am Arbeitsmarkt schlecht“, so LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke. Dabei verschweige die Gewerkschaft: Viele der Menschen, die heute einer gering entlohnten Tätigkeit nachgehen, waren zuvor arbeitslos. „Zur Erinnerung: Als sich die damalige rot-grüne Bundesregierung genötigt sah, den Arbeitsmarkt mit der Agenda 2010 zu reformieren, klagte das Land über fünf Millionen Arbeitslose. Heute sind es weniger als halb so viele. Und auch der DGB sollte wissen, dass Arbeitslosigkeit der Hauptgrund für Armut ist, nicht Arbeit“, erinnert Tacke.

Die Forderung nach höherer Tarifbindung gehe ins Leere. Tarifverträge müssten für beide Seiten attraktiv sein. „Wenn sich Unternehmen aus der Tarifbindung verabschieden, liegt das oft an sehr komplexen Regelungen und einem gerade für einfache Tätigkeiten nicht wettbewerbsfähigem Lohnniveau. Hier tragen die DGB-Mitglieder Verantwortung, attraktive Tarifverträge zu schließen. Das sollte der DGB seinen Mitgliedsgewerkschaften ins Stammbuch schreiben, statt nach dem Staat zu rufen“, mahnt der LVU-Hauptgeschäftsführer.

Völlig fehl gehe der DGB mit seiner pauschalen Forderung, dass Arbeitgeber Geringqualifizierten Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten sollen. Weiterbildung in den Betrieben sei tägliche Praxis, allerdings am Bedarf der Unternehmen orientiert. Die Wirtschaft könne nicht Defizite ausbügeln, für die eine verfehlte Integrationspolitik und ein in Teilen schwaches Bildungssystem verantwortlich seien.

„Es ist im Übrigen wohlfeil, Weiterbildungen für Geringqualifizierte zu fordern. Für diese ist entscheidend, dass sie überhaupt auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Zu hohe Stundenlöhne verhindern dies“, so Tacke abschließend.

 

Die Presseinformation des DGB finden Sie hier (PDF).