14. November 2018

LVU-Statement zum 100. Jahrestag des Stinnes-Legien-Abkommens

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / Strussione

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / Strussione

„Der Gewerkschafter Carl Legien und der Industrielle Hugo Stinnes haben vor genau 100 Jahren in einem Vertrag den Grundstein für die Tarifautonomie gelegt: Im Stinnes-Legien-Abkommen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften formal als Vertragspartner anerkannt. Die später im Grundgesetz in Artikel 9, Absatz 3 verankerte Tarifautonomie wäre ohne diesen Vertrag nicht denkbar“, erinnert LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Stinnes und Legien hatten erkannt, dass sie die Arbeitsbeziehungen besser selbst aushandeln, statt die Politik darüber bestimmen zu lassen. „Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber sind damit in den vergangenen Jahrzehnten gut gefahren. Die Sozialpartnerschaft und Flächentarifverträge sind heute elementarer Bestandteil unserer erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialordnung“, so Braun weiter.

Für die Zukunft seien die Sozialpartner aufgefordert, den Flächentarifvertrag weiterzuentwickeln und zu stärken. Der Schlüssel dafür seien für Arbeitnehmer und Arbeitgeber attraktive Tarifverträge. „Es ist daher gegen den Geist der Vereinbarung von Stinnes und Legien, wenn die Gewerkschaften immer dann nach dem Gesetzgeber rufen, wenn sie in Verhandlungen mit einer Forderung gescheitert sind“, mahnt der LVU-Präsident.