16. April 2020

LVU zu den Bund-Länder-Beschlüssen: „Schmerzhafter, aber gelungener Spagat“

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / Strussione

LVU-Präsident Dr. Gerhard F. Braun. Bild: LVU / Strussione

Die Beschlüsse von Bundesregierung und Bundesländern zu den Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen bewertet die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) insgesamt als ausgewogen und nachvollziehbar. „Die Politik muss einen Spagat leisten zwischen Gesundheitsschutz und Lockerungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Dieser Spagat ist schmerzhaft, aber insgesamt gelungen“, kommentiert Dr. Gerhard F. Braun.

Der LVU-Präsident bewertet es positiv, dass immerhin kleinere Ladengeschäfte, der Buchhandel, der Fahrradhandel und vor allem Autohäuser bald öffnen werden. „Das sind wichtige Schritte, um die dazugehörige Produktion wieder ins Laufen zu bringen, vor allem in der Automobilindustrie.“

Allerdings sei unverständlich, weshalb die Lockerungen abhängig seien von der Verkaufsfläche. „Gerade größere Geschäfte sind eher in der Lage, die Abstands- und Hygiene-Regeln einzuhalten“, so Braun.

Bei allen Lockerungen gehe es darum, dass begrenzte persönliche Kontakte bei Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln weiterhin gesichert sind und gleichzeitig diejenigen wirtschaftlichen Aktivitäten schrittweise wieder aufgenommen werden, die dem nicht entgegenstehen.

„Wir appellieren an Geschäftsinhaber, Unternehmer und Kunden, mit den neuen Möglichkeiten verantwortungsvoll umzugehen. Das würde dann erlauben, in einem weiteren Schritt auch den großflächigen Einzelhandel zu öffnen“, sagt Braun.

Auch die ersten Ansätze für Schulöffnungen ab Mai sind nach LVU-Ansicht von großer Bedeutung. „Zum einen darf der Nachwuchs nicht Verlierer der Corona-Krise werden, zum anderen entlastet die Wiederöffnung der Schulen viele Arbeitnehmer mit schulpflichtigen Kindern“, so der LVU-Präsident.

Weiterhin bedrückend sei die Situation in der Gastronomie, Hotellerie, Tagungs-, Event- und Messewirtschaft. „In diesen Branchen sind die Umsätze teilweise vollständig weggebrochen. Das ist ein unglaublicher Stresstest für betroffene Unternehmen und ihre Mitarbeiter.“

„Vor allem diese Branchen brauchen einen Fahrplan, wann und wie sie wieder öffnen können. Diesen Fahrplan muss die Politik rasch liefern.“

Die Lockerungen sollten zudem nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gefahr noch lange nicht gebannt sei. „Die bisherigen drastischen Maßnahmen haben die Ausbreitung gestoppt. Jetzt muss die Politik alles dafür tun, dass die Pandemie beherrschbar bleibt. Daher sind kleine und planbare Schritte sachgerecht und angemessen. Was wir in jedem Fall vermeiden sollten: Ein Zurücknehmen bereits erfolgter Lockerungen. Daher gilt weiterhin: Vorsicht und Augenmaß“, so der LVU-Präsident abschließend.