Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt

  • Zahl der Arbeitslosen seit 25 Jahren erstmals wieder unter 100.000
  • Kräftenachfrage ungebrochen hoch
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt weiterhin über Vorjahresniveau

Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist im Oktober weiter gesunken und erreichte einen längst nicht mehr ausgewiesenen Tiefstand. Die Nachfrage nach Personal ist weiterhin auf Wachstumskurs. Seit Jahresbeginn wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr Stellen gemeldet. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt konstant über dem Vorjahreswert.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Oktober insgesamt 98.300 Frauen und Männer arbeitslos, 2.500 oder 2,5 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Vor einem Jahr wurden 7.200 oder 6,8 Prozent arbeitslose Menschen mehr gezählt. Zuletzt lag im November 1992 die Arbeitslosenzahl unter 100.000.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 4,5 Prozent. Im September 2017 betrug sie 4,6 Prozent und im Oktober 2016 4,8 Prozent.

„Die sehr gute Beschäftigungsentwicklung im Land und die steten Meldungen offener Stellen trugen dazu bei, dass die Zahl der Arbeitslosen wieder deutlich gesunken ist. Die Kolleginnen und Kollegen in den Agenturen für Arbeit und in den Jobcentern sichern durch Vermittlung und Beratung die Beschäftigung von Fachkräften. Sie sind auch dann gefragt, wenn qualifiziert, eingearbeitet oder gecoacht werden soll, um Beschäftigungschancen zu erhöhen“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Oktober bei 142.100 Personen. Das waren 1.700 oder 1,2 Prozent weniger als im Oktober 2016.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Oktober meldeten sich 9.500 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 900 oder 10,3 Prozent mehr als vier Wochen zuvor.

Auf der anderen Seite konnten im Oktober rund 8.200 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 1.000 oder 11,0 Prozent weniger als im September.

Im Oktober waren 41.100 Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 6.000 oder 17,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (13.820), im Handel (4.240), im Verarbeitenden Gewerbe (3.800), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.540) und im Baugewerbe (2.930).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Die Zahl der arbeitslosen Männer ging in den letzten vier Wochen um rund 1.300 oder 2,4 Prozent auf 52.800 zurück. Gegenüber dem Vorjahr war der Rückgang deutlicher. Er betrug 4.600 oder 8,0 Prozent.

Auch bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen: gegenüber dem Vormonat um 1.200 oder 2,6 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 2.600 oder 5,4 Prozent. Im Oktober waren 45.500 Frauen arbeitslos.

Wie auch im Oktober profizierten die jüngeren Arbeitslosen am stärksten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Bei dieser Personengruppe ging die Arbeitslosigkeit um 1.600 oder 14,1 Prozent zurück auf 10.000. Im Vergleich zum Oktober 2016 waren 1.400 oder 12,0 Prozent junge Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Oktober 2017 rund 38.100 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – das waren 38,7 Prozent aller Arbeitslosen. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 1.100 oder 2,8 Prozent gesunken und gegenüber dem Vorjahr um 300 oder 0,8 Prozent.

Auch im Bereich der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr zurückgegangen. Gegenüber September 2017 waren es 1.400 oder 2,3 Prozent weniger und gegenüber Oktober 2016 6.900 oder 10,3 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung waren 61,3 Prozent aller Arbeitslosen in Rheinland-Pfalz gemeldet. Das waren 60.200 Personen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im August 2017 – das ist der aktuellste Datenstand – mit rund 1.406.900 Beschäftigten 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dieser Wert lag leicht unter dem Deutschlandwert mit 2,4 Prozent.

Für mehr Beschäftigung sorgten vor allem das Verarbeitende Gewerbe (+3.800 auf 321.900), das Sozialwesen (+3.100 auf 102.000), das Baugewerbe (+3.300 auf 90.300), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+3.300 auf 75.000) sowie der Bereich Verkehr und Lagerei (+3.400 auf 67.200).

Leicht zurückgegangen ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bereich Finanzen und Versicherungen (-700 auf 36.100).

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)


_______________________________________________________________________________________________________

Archiv - Arbeitsmarktdaten für Rheinland-Pfalz

Sie finden hier - nach Jahren und Monaten aufgeschlüsselt - die ausführlichen Arbeitsmarktberichte der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

2017
August / Juli / Juni / Mai / April / März / Februar / Januar

2016
Zusammenfassung der Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2016

2015
Zusammenfassung der Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2015

2014
Die Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2014

2013
Zusammenfassung der Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2013

2012
Zusammenfassung der Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2012

2011
Zusammenfassung der Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2011