Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Juli 2019

  • Mehr arbeitslose Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz
  • Geringere Nachfrage nach Arbeitskräften
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag über dem Vorjahresniveau
  • Noch 10.300 Ausbildungsstellen warten auf die passende Bewerberin oder den passenden Bewerber

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz gestiegen. Insbesondere bei den jüngeren Frauen und Männern war ein deutlicher Anstieg erkennbar. Die Kräftenachfrage der Unternehmen hat nachgelassen. Dagegen lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unverändert über dem Vorjahreswert.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Juli insgesamt 100 600 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 4.500 oder 4,6 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl um 1.000 oder 1,0 Prozent.
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – stieg von 4,3 Prozent auf 4,5 Prozent. Ein Jahr zuvor lag sie ebenfalls bei 4,5 Prozent.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monat Juli ist saisonüblich. In diesem Monat meldeten sich viele junge Menschen nach einer Ausbildung vorübergehend arbeitslos. Daher ist auch insbesondere bei dieser Personengruppe ein deutlicher Anstieg an arbeitslosen Menschen erkennbar. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den nächsten Wochen ist von einer Vielzahl von Indikatoren abhängig. Für die jüngeren Menschen kann ich jedoch sagen, dass diese gut ausgebildeten Fachkräfte mit hoher Wahrscheinlichkeit bald wieder einen Arbeitsplatz finden werden", so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeits-marktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden, lag im Juli bei 139.500 Personen. Das waren rund 1.800 oder 1,3 Prozent weniger als im Juli 2018.


Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.
In den vergangenen vier Wochen meldeten sich rund 9.700 Frauen und Männer aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, rund 1.100 oder 12,9 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 900 oder 8,1 Prozent gesunken. Die meisten Zugänge kamen aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, in der Zeitarbeit und im Gesundheits- und Sozialwesen.
Auf der anderen Seite konnten im Juli rund 6 800 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Juni waren es 600 oder 7,6 Prozent weniger. Gegenüber Juli 2018 waren es 1.200 oder 14,8 Prozent weniger.
Im Monat Juli waren bei dem Arbeitgeber-Service der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter (gemeinsame Einrichtungen) 40.800 Stellen gemeldet. Dies waren 200 oder 0,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (13.170), im Handel (4.060), im Verarbeitenden Gewerbe (3.990), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.730) und im Baugewerbe (2.850).


Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Die Zahl der arbeitslosen Männer stieg im letzten Monat um 1.900 oder 3,6 Prozent an. 54.700 Männer waren arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl lediglich um 30 oder 0,1 Prozent verringert.
Gegenüber Juni wurden 2.500 oder 5,9 Prozent arbeitslose Frauen mehr gezählt. 45.900 Frauen waren bei den Agenturen für Arbeit oder einem der Jobcenter gemeldet. Gegenüber Juli 2018 ist die Zahl um 1.000 oder 2,1 Prozent gesunken.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Juli 2019 rund 42.500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – das waren 42,3 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Zahl ist sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Vergleich zum Juni waren 3.400 oder 8,6 Prozent mehr Personen gemeldet und im Vergleich zum Vorjahr waren es 1.100 oder 2,6 Prozent mehr.
Im Bereich der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Juni 2019 um 1.100 oder 1,9 Prozent gestiegen und im Vergleich zu Juli 2018 um 2.100 oder 3,5 Prozent gesunken. In der Grundsicherung wurden 58.100 Arbeitslose gezählt – das waren 57,7 Prozent aller Arbeitslosen.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Mai 2019 – das ist der aktuellste Datenstand – mit rund 1.439.000 Beschäftigten 1,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Bezogen auf Deutschland betrug das Beschäftigungswachstum ebenfalls 1,7 Prozent.
Für mehr Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz das Verarbeitende Gewerbe (+6.400 auf 326.100), der Handel (+5.400 auf 201.600), das Sozialwesen (+4.100 auf 108.800), das Baugewerbe (+2.400 auf 92.800) und der Bereich Verkehr und Lagerei (+1.700 auf 71.600).
Ein Rückgang war im Finanz- und Versicherungswesen (-400 auf 36.600) und in der Zeitarbeit (-3.200 auf 29.900) erkennbar.

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)


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2016: Die Arbeitsmarktzahlen für das Jahr 2016

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