Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im August 2021

  • Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit
  • Deutlich mehr Stellen als ein Jahr zuvor
  • Noch 7.200 Ausbildungsstellen sind zu besetzen und 4.200 junge Menschen sind weiterhin auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

In den letzten vier Wochen ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz leicht gesunken. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften hat im Vergleich zum Vorjahr merklich zugenommen. Auch wurden mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt als im Jahr 2020. Anzeigen für Kurzarbeit sind gesunken.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im August rund 110.400 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 700 oder 0,6 Prozent weniger als im Juli. Gegenüber August 2020 verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 19.200 oder 14,8 Prozent. Im August 2019 und somit vor der Pandemie waren 99.600 Arbeitslose registriert, 10.800 Personen weniger als in diesem Monat.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen - betrug im August 4,9 Prozent. Vor einem Monat lag sie ebenfalls bei diesem Wert. Im August 2020 betrug die Arbeitslosenquote 5,7 Prozent.

„Im August war die Arbeitslosigkeit den sechsten Monat in Folge gesunken. Bei den jüngeren Menschen wurden allerdings mehr Arbeitslose gezählt. Auf den ersten Blick ist diese Entwicklung überraschend. Zum Teil hatten die jungen Frauen und Männer ihre Ausbildung abgeschlossen und melden sich vorübergehend arbeitslos, da sie vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass diese jungen Menschen nur kurzzeitig arbeitslos sind. Der Stellenmarkt hat sich in den letzten Wochen positiv entwickelt. Der Stellenbestand zeigt sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr eine Zunahme. Die aktuell gemeldeten Stellen überschreiten sogar die Zahl der gemeldeten Stellen in dem Augustmonat vor der Pandemie. Das lässt mich optimistisch in die Zukunft blicken“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im August bei 142.700 Personen und somit 19.200 oder 11,9 Prozent unter dem Vorjahr.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im August meldeten sich 9.000 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 1.100 oder 14,3 Prozent mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahr war ein Rückgang von 200 oder 1,8 Prozent zu verzeichnen.

Auf der anderen Seite haben 8.200 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, 600 oder 7,1 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zu August 2020 gelang es 100 Menschen oder 1,8 Prozent weniger eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Seit Jahresbeginn sind 65.300 Frauen und Männer in eine Beschäftigung eingemündet, 5.900 oder 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im August waren 40.900 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 1.400 Stellen oder 3,6 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anstieg beachtlich: 11.500 Stellen oder 39,3 Prozent mehr wurden gezählt. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (10.010), im Handel (4.700), im Verarbeitenden Gewerbe (4.410), im Gesundheits- und Sozialwesen (4.090) und im Baugewerbe (3.430) registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juni 2021 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.453.200 Beschäftigten. Das waren 1,7 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem das Gesundheitswesen (+3.600 auf 123.600), das Baugewerbe (+3.400 auf 97.500) und die Zeitarbeit (+5.200 auf 31.700). Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe (-3.300 auf 314.000), im Gastgewerbe (-1.400 auf 42.200) sowie bei den sonstigen und privaten Dienstleistungen (-1.100 auf 51.400).

Kurzarbeit
Im August ist die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit gesunken. 300 Anzeigen sind bei den Agenturen für Arbeit eingegangen. Diese Anzeigen bezogen sich auf 4.400 Beschäftigte. Im Juli waren es noch 400 Anzeigen für 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Mai 2021 14.300 Unternehmen für 83.500 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)

 


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Archiv - Arbeitsmarktdaten für Rheinland-Pfalz

Sie finden hier - nach Jahren und Monaten aufgeschlüsselt - die ausführlichen Arbeitsmarktberichte der Regionaldirektion der Bundesagentur für

2021:
Die Arbeitsmarktzahlen für April 2021
Die Arbeitsmarktzahlen für März 2021
Die Arbeitsmarktzahlen für Februar 2021
Die Arbeitsmarktzahlen für Januar 2021

2020: Die Arbeitsmarktzahlen für das Jahr 2020

2019: Die Arbeitsmarktzahlen für das Jahr 2019

2018: Die Arbeitsmarktzahlen für das Jahr 2018