1. September 2020

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im August 2020

  • Erneut geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit auf nach wie vor hohem Gesamtniveau
  • Unternehmen fragten wieder Arbeitskräfte nach, allerdings weniger als im Vorjahr
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war rückläufig

Im August wurden etwas mehr Arbeitslose in Rheinland-Pfalz gezählt. Die Betriebe meldeten den Agenturen für Arbeit offene Stellen. Die Zahl dieser Stellen lag jedoch unter dem Vormonatswert und deutlich unter der Zahl im Jahr 2019. Es gab weniger Anzeigen für Kurzarbeit. Die Anzahl war in den letzten Wochen stark rückläufig.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im August 129.600 Menschen arbeitslos. Das waren 900 oder 0,7 Prozent mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit mit 30.100 Personen oder 30,2 Prozent im Plus.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag unverändert bei 5,7 Prozent. Im August 2019 betrug sie 4,4 Prozent.

„Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich nicht wesentlich weiter verschlechtert. Der monatliche Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich abgeschwächt. Allerdings wurden in den letzten vier Wochen deutlich mehr junge Menschen arbeitslos, die ihre Berufsausbildung beendet hatten. Ich gehe davon aus, dass diese gut ausgebildeten Fachkräfte zügig Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen können“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im August bei 161.100 Personen. Das waren 23.700 oder 17,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Im Monat August meldeten sich 9.200 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 400 oder 4,0 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Seit Jahresbeginn wurden 89.700 Zugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt, 6.900 oder 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

8.300 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Plus von 900 oder 12,5 Prozent. Seit Jahresbeginn konnten 59.400 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Das waren 6.000 oder 9,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

In den letzten vier Wochen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit insbesondere bei den Jüngeren. In den letzten Jahren war die Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Menschen im Monat August bereits wieder rückläufig. In diesem Jahr beendeten viele junge Frauen und Männer später ihre Berufsausbildung, da die Prüfungstermine verschoben waren. Diejenigen, die vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen werden konnten, meldeten sich dadurch verspätet bei den Agenturen für Arbeit.

29.400 offene Arbeitsstellen waren im August gemeldet, 11.200 oder 27,6 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe registriert.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Juni 2020 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 1.431.000 Beschäftigten 0,3 Prozent unter

Kurzarbeit
In der Corona-Krise haben bislang 41.500 Betriebe Kurzarbeit bei den Agenturen für Arbeit angezeigt. In diesen Anzeigen waren 481.000 Beschäftigte angegeben. Die meisten Personen waren in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, in der Gastronomie, im Einzelhandel, im Gesundheitswesen und im Bereich der vorbereitenden Baustellenarbeiten, Bauinstallation und Ausbaugewerbe betroffen.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Mai 25.200 Betriebe für 200.300 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)