30. Januar 2020

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Januar 2020

  • Mehr Arbeitslose in Rheinland-Pfalz
  • Kräftenachfrage war rückläufig
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag über dem Vorjahreswert

Im ersten Monat des Jahres 2020 ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Der Anstieg betraf alle Personengruppen. Die Kräftenachfrage der Unternehmen war weiterhin rückläufig. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag weiterhin auf hohem Niveau.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Januar 106.800 Menschen arbeitslos, 10.400 oder 10,8 Prozent mehr als im Dezember 2019. Gegenüber Januar 2019 ergibt sich ein Plus von 3.600 oder 3,5 Prozent. Vor einem Jahr waren in Rheinland-Pfalz 103.200 Frauen und Männer arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 4,7 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 4,3 Prozent und vor einem Jahr 4,6 Prozent.

„Erwartungsgemäß sind wir in den Januar mit steigender Arbeitslosigkeit gestartet. Dies ist eine saisonbedingt typische Entwicklung. Insbesondere aus den Außenberufen haben sich mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Allerdings sind auch im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Frauen und Männer ohne Beschäftigung, worin ich auch die Auswirkungen einer konjunkturellen Eintrübung erkenne. Ebenso verzeichnen wir bei den Stellen deutliche Rückgänge“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Jahr 2020 ist derzeit schwierig einzuschätzen. Für sprunghafte Bewegungen in die eine oder andere Richtung haben wir keine Anzeichen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung befindet sich unverändert auf hohem Niveau.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Januar bei 144.600 Personen. Das waren 2.700 oder 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Monat für Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Januar meldeten sich 16.200 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 5.900 oder 57,9 Prozent mehr als im Dezember.

Auf der anderen Seite konnten rund 6.200 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 300 oder 4,6 Prozent mehr als im Vormonat.

Im Januar waren 34.800 Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 4.500 oder 11,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (9.780), im Handel (3.780), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.750), im Verarbeitenden Gewerbe (3.210) und im Baugewerbe (2.520 Stellen).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
In den letzten vier Wochen waren deutlich mehr Männer arbeitslos. 60.900 wurden gezählt. Dies waren 6.900 oder 12,7 Prozent mehr als im Dezember 2019 und 3.200 oder 5,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Auch bei den Frauen war ein Anstieg zu verzeichnen. 46.000 Frauen waren arbeitslos. Gegenüber Dezember war dies ein Anstieg um 3.600 oder 8,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl um 400 oder 0,9 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Januar 2020 rund 49.700 Personen arbeitslos gemeldet – das waren 46,6 Prozent aller Arbeitslosen. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 7.600 oder 18,0 Prozent gestiegen und gegenüber dem Vorjahr um 3.800 oder 8,2 Prozent.

Im Bereich der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat ebenfalls angestiegen, allerdings in geringerem Umfang. 57.100 Frauen und Männer waren arbeitslos, 2.900 oder 5,3 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Vorjahr ist ein leichter Rückgang um 130 oder 0,2 Prozent zu verzeichnen. Gemessen an allen Arbeitslosen waren es 53,4 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im November 2019 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 1.460.400 Beschäftigten 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 1,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem der Handel (+2.500 auf 205.500), das Gesundheitswesen (+3.700 auf 122.800), das Sozialwesen (+2.500 auf 110.900), die öffentliche Verwaltung (+1.700 auf 96.700) und das Baugewerbe (+1.800 auf 95.000).

Zurückgegangen ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (-800 auf 326.400) und in der Zeitarbeit (-2.600 auf 30.100).

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)