31. Mai 2017

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im Mai 2017

  • Arbeitslosigkeit ist auch im Mai gesunken
  • Kräftenachfrage lag über dem Vorjahreswert
  • Noch 12.400 offene Ausbildungsstellen waren gemeldet

Im Mai ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz weiterhin zurückgegangen. Viele offene Stellen waren gemeldet. Auch mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor zwölf Monaten wurden gezählt.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Mai rund 104.900 Menschen arbeitslos gemeldet. Das ist der geringste Bestand in den letzten 25 Jahren in einem Mai-Monat. Gegenüber April 2017 waren 3.600 oder 3,3 Prozent weniger Menschen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 3.700 oder 3,4 Prozent gesunken.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – betrug 4,8 Prozent. Vier Wochen zuvor lag sie bei 4,9 Prozent und im Mai 2016 bei 5,0 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt befindet sich in guter Verfassung. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt sich bei allen Personengruppen. Der Beschäftigungsaufbau ist ungebrochen. Im Jahresvergleich sind 25.700 Menschen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt“, so die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Heidrun Schulz.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Mai bei 148.400 Personen. Gegenüber Mai 2016 ist diese Zahl um 4.600 oder 3,2 Prozent gestiegen. Während die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, ist die Unterbeschäftigung angestiegen. Ursächlich für diese gegenläufige Entwicklung sind die deutlich höheren Zahlen an Teilnehmenden in Weiterbildungsmaßnahmen, an Sprachkursen und in Arbeitsgelegenheiten.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

In den letzten vier Wochen meldeten sich 8.400 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 900 oder 9,5 Prozent weniger als im April.

Auf der anderen Seite haben 9.500 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren 1.600 oder 14,1 Prozent weniger als vier Wochen zuvor.

Im vergangenen Monat waren 36.900 Stellen gemeldet. Dies waren 4.200 oder 12,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (11.720), im Handel (3.700), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.500), im Verarbeitenden Gewerbe (3.480) und im Baugewerbe (2.520) gemeldet.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Im Mai waren 57.400 Männer arbeitslos gemeldet und somit 2.300 oder 3,8 Prozent weniger als im April diesen Jahres. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 1.800 oder 3,0 Prozent gesunken.

Bei den Frauen ist die Zahl ebenfalls sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahr gesunken: gegenüber April ging die Zahl um 1.300 oder 2,6 Prozent zurück und gegenüber dem Vorjahr um 1.900 oder 3,8 Prozent.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden im Mai rund 39.600 arbeitslose Frauen und Männer gezählt – das waren 37,8 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 2.600 oder 6,2 Prozent zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl um 1.500 oder 3,9 Prozent zu. Auch im Mai machte sich noch die Änderung bemerkbar, dass die Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von der Agentur und des Jobcenters beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt werden und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

Im Bereich der Grundsicherung waren im Mai 65.300 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 62,2 Prozent aller rheinland-pfälzischen Arbeitslosen. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 1.000 oder 1,5 Prozent gesunken. Gegenüber dem Vorjahr fällt der Rückgang deutlicher aus. Hier betrug er 5.200 oder 7,3 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im März 2017 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.379.100 Beschäftigten. Das waren 1,9 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Bezogen auf Deutschland stieg die Beschäftigung um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem der Handel (+2.200 auf 192.600), das Sozialwesen (+3.200 auf 100.700), das Baugewerbe (+3.300 auf 86.600), der Bereich Verkehr und Lagerei (+2.900 auf 65.300) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie zum Beispiel Hausmeisterservices, Wach- und Sicherheitsdienste oder Call-Center (+2.600 auf 45.300).

Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bereich der Finanzen und Versicherungen (-900 auf 36.000).

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)