30. September 2019

Der rheinland-pfälzische Arbeitsmarkt im September 2019

  • Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber August
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag weiterhin über dem Vorjahresniveau
  • Kräftenachfrage schwächt sich ab

In den letzten vier Wochen wurden weniger arbeitslose Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz gezählt. Im September meldeten die rheinland-pfälzischen Unternehmen nochmal mehr Stellen. Dennoch lag die Kräftenachfrage unter dem Vorjahresniveau. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag über dem Vorjahreswert.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im September 95.500 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 4.100 oder 4,1 Prozent weniger als im August 2019. Gegenüber dem Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit mit 1.100 oder 1,2 Prozent im Plus.

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – betrug 4,2 Prozent. Vier Wochen zuvor lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent. Ein Jahr zuvor ebenfalls bei 4,2 Prozent.

„Saisonal bedingt ist die Arbeitslosigkeit im September gesunken und die Unternehmen meldeten nochmal mehr Stellen. Mit Blick auf das Vorjahr sieht der Arbeitsmarkt allerdings etwas ungünstiger aus. Die Zahl der gemeldeten Stellen ging zurück und die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer stieg an. Die konjunkturelle Eintrübung hinterlässt erste Zeichen auf dem Arbeitsmarkt“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeits-marktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden, lag im September bei 135.300 Personen. Das waren 400 oder 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Im Monat September meldeten sich rund 9.500 Frauen und Männer aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, rund 800 oder 7,6 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 500 oder 5,4 Prozent gestiegen.

Auf der anderen Seite konnten im September rund 8.700 Personen die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden. Dies waren 200 oder 2,2 Prozent weniger als im August. Gegenüber September 2018 waren es 200 oder 2,6 Prozent weniger.

Im Monat September waren bei dem Arbeitgeber-Service der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter (gemeinsame Einrichtungen) 40.400 Stellen gemeldet. Dies waren 1.900 oder 4,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen gab es in der Zeitarbeit (12.730), im Handel (4.260), im Gesundheits- und Sozialwesen (3.830), im Verarbeitenden Gewerbe (3.710) und im Baugewerbe (2.900).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Einzelnen
Die Zahl der arbeitslosen Männer ging zurück. Im September wurden 1.800 oder 3,3 Prozent weniger arbeitslose Männer gezählt. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 1.300 oder 2,6 Prozent. Im September waren 52.400 Männer arbeitslos.

Auch bei den Frauen sank die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat. 2.300 oder 5,1 Prozent weniger Frauen wurden gezählt. Insgesamt waren 43.100 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr waren 200 oder 0,5 Prozent weniger Frauen arbeitslos.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im September 2019 rund 39.900 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – das waren 41,8 Prozent aller Arbeitslosen. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 1.700 oder 4,2 Prozent gesunken und gegenüber dem Vorjahr um 2.500 oder 6,7 Prozent angewachsen.

Im Bereich der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr gesunken. 55.600 Frauen und Männer waren bei einem der Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 58,2 Prozent aller Arbeitslosen. Der Rückgang gegenüber August 2019 betrug 2.400 oder 4,1 Prozent und gegenüber dem Vorjahr 1.400 oder 2,5 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Juli 2019 – das ist der aktuellste Datenstand – mit 1.431.900 Beschäftigten 1,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland waren 1,6 Prozent mehr Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Für mehr Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz das Verarbeitende Gewerbe (+5.100 auf 325.700), der Handel (+3.800 auf 199.400), das Sozialwesen (+2.600 auf 107.700), das Baugewerbe (+2.200 auf 92.800) und der Bereich Erziehung und Unterricht (+2.600 auf 60.000).

Ein Rückgang war im Finanz- und Versicherungswesen (-400 auf 36.300) und in der Zeitarbeit (-3.800 auf 30.100) erkennbar.

 

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)