28. April 2016

Pendlerbewegungen in Rheinland-Pfalz

  • Zahl der Einpendler ist in den letzten Jahren gestiegen
  • Rheinland-Pfalz ist auch als Wohnort für Auspendler beliebt

Die Zahl der Einpendler nach Rheinland-Pfalz ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland pendelten im Juni 2015 – das ist der aktuellste Datenstand – rund 163.700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Das waren 7.200 oder 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den letzten zehn Jahren war ein Anstieg um 47.500 oder 40,8 Prozent zu verzeichnen.

Davon kamen 156.000 Personen aus anderen Bundesländern und 7.800 aus dem Ausland, überwiegend aus Frankreich (rund 4.400 Beschäftigte). Die Mehrzahl der Einpendler kommt aus den benachbarten Bundesländern Hessen (49.300), Baden-Württemberg (39.900), Nordrhein-Westfalen (29.700 Personen) und dem Saarland (16.000 Personen). Danach folgt Bayern mit 6.500 Personen.

26,0 Prozent (42.600) der Einpendler arbeiteten im Verarbeitenden Gewerbe, 12,2 Prozent (20.000) im Handel, 9,0 Prozent (14.700 Personen) im Gesundheits-und Sozialwesen sowie 5,0 Prozent (8.100 Personen) in der Arbeitnehmerüberlassung.

In den letzten Jahren ist auch die Zahl der Auspendler aus Rheinland-Pfalz, also sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in Rheinland-Pfalz leben, aber in anderen Bundesländern oder im Ausland arbeiten, angestiegen. Zum Stichtag 30. Juni 2015 pendelten rund 298.000 Menschen aus Rheinland-Pfalz aus. Dies waren 7.200 oder 2,5 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Auspendler um 54.400 oder 22,4 Prozent zugenommen.

Die Zielregion für die Mehrzahl der Auspendler lag in den vier benachbarten Bundesländern Hessen (98.700), Baden-Württemberg (87.200), Nordrhein-Westfalen (63.800 Personen) und Saarland (26.300).

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit kann Arbeitnehmerinnen und Arbeit-nehmer, die im Ausland arbeiten, nicht ausweisen, da keine Meldungen der Betriebe im Ausland zur deutschen Sozialversicherung erfolgen. Die Berechnungen der IGSS1 weisen für 2014 rund 30.000 Auspendler aus Rheinland-Pfalz nach Luxemburg aus.

In Rheinland-Pfalz war der Pendlersaldo, der sich aus der Differenz von 163.700 Einpendlern2 und 298.000 Auspendlern3 ergibt, im Jahr 2015 negativ. Demnach pendelten mehr Beschäftigte zu Ihren Arbeitsplätzen außerhalb von Rheinland-Pfalz als einpendeln. Im letzten Jahr betrug der Pendlersaldo minus 134.300. Die Auspendlerquote (Auspendler im Verhältnis zu den Beschäftigten mit Wohnort in Rheinland-Pfalz) betrug 20,1 Prozent. Somit hatte Rheinland-Pfalz nach Brandenburg mit 28,9 Prozent und Schleswig-Holstein mit 21,6 Prozent die höchste Auspendlerquote aller Flächenländer.

Ursächlich für diese hohe Auspendlerquote sind die an Rheinland-Pfalz angrenzenden Wirtschaftsräumen. Viele Beschäftigte mit Wohnort in Rheinland-Pfalz arbeiten im Wirtschaftsraum Karlsruhe, in der Metropolregion Rhein-Neckar, im Raum Köln-Bonn, im Rhein-Main-Gebiet oder im Saarland beziehungsweise in Luxemburg.

 

1IGSS – L’Inspection générale de la sécurité sociale – Luxemburg (Inspektion der Sozialversicherung)
2
Einpendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland, die in ihrer Arbeitsgemeinde nicht wohnen.
3
Auspendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland, die in ihrer Wohngemeinde nicht arbeiten. Auspendler ins Ausland werden hier nicht berücksichtigt.


Stand 28.04.2016

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland)