2. September 2020

BIP 2018 in den meisten Städten und Landkreisen gestiegen

Das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen ist 2018 in fast allen rheinland-pfälzischen Verwaltungsbezirken gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg der Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen in den Landkreisen mit plus 3,4 Prozent dynamischer als in den kreisfreien Städten (+2,1 %).

Die kräftigsten Anstiege der Wirtschaftsleistung verzeichneten die Stadt Zweibrücken mit plus elf Prozent, der Landkreis Alzey-Worms mit plus 8,9 Prozent und die Stadt Frankenthal (Pfalz) mit plus sieben Prozent. Rückläufig war das Bruttoinlandsprodukt dagegen in der kreisfreien Stadt Ludwigshafen am Rhein (-2,8 %) sowie im Landkreis Germersheim (-1,0 %).

Die Summe der in Rheinland-Pfalz produzierten Waren und Dienstleistungen belief sich 2018 auf nominal 143,7 Milliarden Euro. Davon wurden 60 Prozent in den Landkreisen und 40 Prozent in den kreisfreien Städten erstellt. Die drei größten Städte des Landes – Ludwigshafen, Mainz und Koblenz – erwirtschafteten nahezu ein Viertel der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsleistung. Auf die vier wirtschaftsstärksten Landkreise – Mainz-Bingen, Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Neuwied – entfielen rund 19 Prozent des Landeswertes.

Arbeitsproduktivität in Ludwighafen am höchsten
Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen – auch als Arbeitsproduktivität bezeichnet – ist 2018 gegenüber dem Vorjahr im Landesdurchschnitt um 1,9 Prozent auf 70.626 Euro gestiegen. In den kreisfreien Städten lag der Pro-Kopf-Wert mit 75.893 Euro deutlich über dem Wert in den Landkreisen (67.451 Euro). Der Durchschnitt der Städte wird allerdings maßgeblich von Ludwigshafen beeinflusst; dort war die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen mit 108.972 Euro wesentlich höher als im Landesdurchschnitt. Im Vergleich der Landkreise wies Mainz-Bingen mit 92.193 Euro das höchste Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen auf. Die niedrigste Arbeitsproduktivität wurde unter den kreisfreien Städten in Pirmasens mit 54.974 Euro und unter den Landkreisen in Cochem-Zell mit 58.595 Euro registriert.

Dienstleistungsbereiche dominieren
In den meisten Verwaltungsbezirken erbringen die Dienstleistungsbereiche den größten Teil der Wertschöpfung: Durchschnittlich wurden in den Landkreisen 62 Prozent und in den kreisfreien Städten gut 67 Prozent der Bruttowertschöpfung im tertiären Sektor erwirtschaftet. In den Städten Mainz, Koblenz, Neustadt an der Weinstraße und Landau in der Pfalz lag der Anteil der Dienstleistungsbereiche sogar über 80 Prozent. In der kreisfreien Stadt Ludwigshafen und im Landkreis Germersheim dominierte dagegen mit einem Anteil von 66 bzw. 56 Prozent das Produzierende Gewerbe die Wirtschaftsstruktur. Im Landesdurchschnitt lag der Anteil der Dienstleistungsbereiche bei 64 Prozent und der Anteil des Produzierenden Gewerbes bei 34 Prozent.

Landkreise wuchsen langfristig stärker
Langfristige hat sich das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in den Landkreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich entwickelt. Zwischen 2000 und 2018 fiel der Zuwachs in den Landkreisen mit 61 Prozent deutlich höher aus als in den kreisfreien Städten mit 44 Prozent. Am stärksten hat die nominale Wirtschaftsleistung in den Landkreisen Germersheim (+99 %), Alzey-Worms (+92 %) und Mainz-Bingen (+91 %) zugelegt. Den höchsten Anstieg unter den kreisfreien Städten gab es in Landau in der Pfalz (+71 %). Im Landkreis Kusel und in der kreisfreien Stadt Pirmasens nahm das Bruttoinlandsprodukt um 21 bzw. 25 Prozent zu. Zu beachten ist, dass die hier genannten nominalen Veränderungsraten auch durch Preisniveauveränderungen beeinflusst werden.

 

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)