30. April 2020

Bauhauptgewerbe: Aufträge höher, Umsätze niedriger

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Februar 2020 mehr Aufträge und niedrigere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge damit im Monat vor Beginn der Corona-Krise im Vergleich zum Januar 2020 – kalender- und saisonbereinigt – um 6,1 Prozent. Der baugewerbliche Umsatz verringerte sich dagegen um 4,2 Prozent. Gegenüber den ersten beiden Monaten 2019 erhöhte sich das Ordervolumen um 3,4 Prozent und der Umsatz stieg um 5,9 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber
Im Vergleich zum Januar 2020 übertrafen die bereinigten Auftragseingänge im Hochbau das Vormonatsergebnis um 22,8 Prozent. Im Tiefbau ging die Nachfrage dagegen um 7,1 Prozent zurück. Für den öffentlichen Hochbau sowie für den Wohnungsbau errechnen sich kräftige Auftragszuwächse (+42,5 bzw. +34,4 %). Auftragseinbußen verzeichnete lediglich der Straßenbau (-15,1 %). Gegenüber den ersten beiden Monaten 2019 wurden sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau Nachfragesteigerungen registriert (+4,4 bzw. +2,3 %).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber
Im Vergleich zum Januar 2020 verringerten sich die bereinigten Erlöse sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau (-4,6 bzw. -3,8 %). Mit Ausnahme des gewerblichen Hochbaus (+1,8 %) gingen die Umsätze in allen Baubereichen zurück. Die stärkste Verschlechterung gab es im sonstigen öffentlichen Tiefbau (-10,1 %). Im öffentlichen Hochbau sowie im Wohnungsbau gaben die Umsätze ebenfalls deutlich nach (-8,7 bzw. -8,3 %). Gegenüber den ersten beiden Monaten 2019 erhöhten sich die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau (+9,5 bzw. +2,2 %).

Hinweis zu Pressemitteilungen mit Daten vor Corona
Das Statistische Landesamt veröffentlicht jährlich mehr als 200 Pressemitteilungen, die ein umfassendes Bild der Strukturen und Entwicklungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft liefern. Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgt mit einigem zeitlichen Abstand zum Berichtszeitraum; denn das Einsammeln der Daten und ihre sorgfältige Aufbereitung nach wissenschaftlichen Grundsätzen kosten Zeit. Deshalb wird im Moment noch über Strukturen und Entwicklungen berichtet, die vor dem Beginn der Corona-Pandemie liegen. Das scheint in einer Situation, in der sich nahezu alle Lebensbereiche tiefgreifend verändern, befremdlich. Diese Zahlen haben jedoch eine wichtige Funktion; sie bilden die Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen von Corona in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Deshalb veröffentlicht das Statistische Landesamt Pressemitteilungen mit Vor-Krisen-Ergebnissen. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, um zum Beispiel die aktuellen Monatserhebungen in den Unternehmen aufzubereiten, die uns zeigen werden, welchen Schaden die Corona-Pandemie in der Wirtschaft angerichtet hat.

 

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)