16. Juni 2020

Corona-Folgen: Industrieumsätze sanken im April um knapp ein Viertel

Die Talfahrt der rheinland-pfälzischen Industrieumsätze setzte sich im April 2020 weiter fort. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze um 24 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor (Deutschland: -31 %). Der Rückgang bei der Zahl der Industriebeschäftigten fiel auch aufgrund arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld mit 1,5 Prozent deutlich geringer aus (D: -1,9 %).

Die Umsatzerlöse lagen im April 2020 bei 6,2 Milliarden Euro. Nach dem schwachen Auslandsgeschäft im März sind im April 2020 auch die Entwicklungen der Inlandsumsätze von einem deutlichen Minus geprägt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat verloren die Inlandsumsätze um 22 und die Auslandsgeschäfte um 25 Prozent. (D: Inlandsumsatz -26 und Auslandsumsatz -37 %). Die Exportquote lag im April 2020 bei 55,6 Prozent (-0,9 PP gegenüber dem Vorjahresmonat).

Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie waren alle Branchen betroffen: Mit einem Minus von 63 Prozent zum Vorjahresmonat mussten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen noch höhere Umsatzeinbrüche hinnehmen als im Vormonat. Gravierende Umsatzeinbußen gab es auch im Maschinenbau sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung (-38 und -30 %).

Beschäftigte
Im April 2020 gab es in der Industrie rund 258.600 Beschäftigte; das waren 4.000 bzw. 1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die größten Rückgänge bei der Belegschaft gab es im Maschinenbau (-7,5 %) gefolgt von der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (-4 %) und der Herstellung von Metallerzeugnissen (-3,5 %). In drei der zehn bedeutendsten Industriezweige – gemessen am Umsatz – war die Entwicklung positiv: Mehr Beschäftigte als im Vorjahresmonat gab es in der Herstellung von Kraftwagen- und Kraftwagenteilen (+4,5 %), der Pharmaindustrie (+2,5 %) sowie der chemischen Industrie (+0,4 %).

Zeitraum Januar bis April
In den ersten vier Monaten 2020 gingen die Erlöse im Verarbeitenden Gewerbe um 9,5 Prozent zurück. Die Inlandsumsätze sanken mit 7,4 Prozent weniger stark als die Auslandsumsätze (-11,1 %). Der Beschäftigungsrückgang lag von Januar bis April bei 0,8 Prozent.

(Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz)