Wie viel Unterricht fällt tatsächlich aus? Neue Zahlen für Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat aktuelle Zahlen zum temporären Unterrichtsausfall im Schuljahr 2025/2026 vorgelegt. Der umfangreiche Bericht gibt einen detaillierten Einblick in die Unterrichtssituation an Schulen, die am „Personalmanagement im Rahmen Erweiterter Selbstständigkeit von Schulen“ (PES) teilnehmen, sowie an Nicht-PES-Schulen.

1,8 Prozent Unterrichtsausfall an PES-Schulen

Für die PES-Schulen liegen Daten für das gesamte erste Schulhalbjahr 2025/2026 vor. Dem Bericht zufolge betrug der tatsächlich verbleibende temporäre Unterrichtsausfall 1,8 Prozent der rechnerisch planmäßig zu erteilenden Unterrichtsstunden.

Bei den Schulen, die nicht am PES-Programm teilnehmen, wurde der Unterrichtsausfall dagegen im Rahmen einer einwöchigen Erhebung vom 16. bis 20. März 2026 erfasst. In diesem Zeitraum fielen durchschnittlich 1,3 Prozent des planmäßig zu erteilenden Unterrichts aufgrund von Erkrankungen, Fortbildungen oder anderen Gründen aus.

Zahlen sind nicht direkt vergleichbar

Bei der Interpretation ist jedoch Vorsicht geboten. Das Bildungsministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass ein unmittelbarer Vergleich zwischen PES- und Nicht-PES-Schulen nicht möglich ist. Während die PES-Daten einen längeren Zeitraum abbilden, handelt es sich bei der Erhebung an Nicht-PES-Schulen lediglich um eine Momentaufnahme von einer Woche. Hinzu kommt, dass sich die Zusammensetzung der beiden Schulgruppen unterscheidet.

Interessant ist deshalb der gesonderte Blick auf die Grundschulen: Rund 80 Prozent der Nicht-PES-Schulen sind Grundschulen. Für diese weist der Bericht einen temporären Unterrichtsausfall von 0,7 Prozent aus. Bei den PES-Grundschulen liegt der entsprechende Wert bei 0,3 Prozent.

Große Unterschiede zwischen einzelnen Schulen

Besonders aufschlussreich ist die detaillierte Aufschlüsselung des Berichts. Für die einzelnen Schulen werden der Vertretungsbedarf, dessen Ursachen, die erfolgte Regulierung und der anschließend tatsächlich verbleibende Unterrichtsausfall dargestellt. Die Zahlen machen deutlich, dass die Situation von Schule zu Schule erheblich variieren kann.

Damit liefert der Bericht nicht nur landesweite Durchschnittswerte, sondern umfangreiches Datenmaterial für einen genaueren Blick auf die Unterrichtsversorgung vor Ort.

Fazit: Die neuen Zahlen zeigen, dass ein großer Teil des kurzfristig entstehenden Vertretungsbedarfs aufgefangen werden kann. Gleichzeitig bleibt die Frage nach einer verlässlichen Unterrichtsversorgung ein wichtiges Thema. Gerade die erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Schulen und die unterschiedlichen Erhebungsmethoden sollten bei der Bewertung der veröffentlichten Durchschnittswerte berücksichtigt werden.