10 Jahre „MINT läuft“: Rheinland-Pfalz zieht Bilanz und richtet den Blick nach vorn
Beim 10. Runden Tisch „MINT“ in Rheinland-Pfalz standen die Bilanz der vergangenen zehn Jahre und die nächsten Entwicklungsschritte der MINT-Strategie im Mittelpunkt. Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig unterstrich die strategische Bedeutung der MINT-Bildung als langfristige bildungspolitische Aufgabe. Entscheidend seien verlässliche Strukturen, eine enge Vernetzung von Schulen, Hochschulen, Kommunen, Wirtschaft, Verbänden und außerschulischen Lernorten sowie eine konsequente Weiterentwicklung des Unterrichts. MINT-Bildung wurde dabei nicht nur als Beitrag zur Fachkräftesicherung, sondern ausdrücklich auch als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Urteilsfähigkeit in einer zunehmend technologisch geprägten Welt eingeordnet.
Ein zentrales Thema war die frühe Förderung. MINT soll bereits in Kita und Grundschule beginnen und ohne Brüche über die gesamte Bildungsbiografie fortgeführt werden. Niedrigschwellige Experimentiermaterialien, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, MINT-Angebote im Ganztag und die Verbindung von MINT- und Leseförderung sollen früh Neugier, Selbstvertrauen und Basiskompetenzen stärken.
Ebenso deutlich wurde die Bedeutung einer gendersensiblen MINT-Förderung. Mädchen und Frauen sind in vielen MINT-Bereichen weiterhin unterrepräsentiert. Deshalb sollen stereotype Rollenbilder früh abgebaut, vielfältige Vorbilder sichtbar gemacht, Mentoringangebote gestärkt und Lehrkräfte gezielter für gendersensible Ansprache und Unterrichtsgestaltung qualifiziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Experimental- und Technikunterricht. Ziel ist ein stärker handlungsorientierter Unterricht, in dem Schülerinnen und Schüler selbst experimentieren, konstruieren, forschen und Problemlösungen entwickeln. Fortbildungen in Lehrkräfteteams, hochwertige Materialien, digitale Werkzeuge sowie eine engere Verknüpfung mit Sprachbildung, Diagnostik, Nachhaltigkeit und gesellschaftlich relevanten Themen sollen die Qualität und Nachhaltigkeit der Angebote sichern.
Auch die regionale Vernetzung wurde als zentrale Stärke der rheinland-pfälzischen MINT-Strategie hervorgehoben. Elf MINT-Regionen, regionale Koordinierungsstellen, Makerspaces, Schülerforschungszentren und mobile Angebote schaffen Zugänge vor Ort und stärken insbesondere den ländlichen Raum. Erfolgreiche Projekte sollen künftig noch systematischer übertragen und landesweit nutzbar gemacht werden.
Mit Blick auf die Zukunft wurden unter anderem Biotechnologie, Informatik, Makerspaces, inklusive MINT-Bildung und die Gewinnung von MINT-Lehrkräftenachwuchs als wichtige Entwicklungsfelder benannt. Dr. Ute Eiling-Hütig rückte zum Abschluss zudem die Sicherung von Basiskompetenzen sowie den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und privaten Smartphones in den Fokus. Deutlich wurde dabei: Innovative MINT-Angebote entfalten ihre Wirkung nur dann voll, wenn sie auf tragfähigen sprachlichen und mathematischen Grundlagen aufbauen und in Lernumgebungen stattfinden, die konzentriertes Arbeiten ermöglichen.
Der 10. Runde Tisch bestätigte damit die Grundrichtung der rheinland-pfälzischen MINT-Strategie und setzte zugleich neue Akzente: weniger isolierte Einzelprojekte, mehr strukturelle Verankerung, Transfer, Qualität und flächendeckende Zugänglichkeit. Die gewachsene MINT-Verantwortungsgemeinschaft soll diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren gemeinsam weitertragen.


