Bildungskonferenz 2026: Gemeinsam für bessere Bildungschancen vor Ort

Wie können Kommunen dazu beitragen, Bildungsbarrieren abzubauen und Kindern und Jugendlichen bessere Chancen zu eröffnen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Bildungskonferenz 2026 „(K)eine Chance, große Wirkung“, die am 15. September im Congressforum Frankenthal Akteurinnen und Akteure aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammenbrachte.

Die Konferenz richtete den Blick auf eine Herausforderung, die Kommunen unmittelbar betrifft: Bildungsungleichheiten entstehen häufig früh und können sich über die gesamte Bildungsbiografie hinweg verfestigen. Um ihnen entgegenzuwirken, braucht es neben politischen Weichenstellungen starke Strukturen vor Ort – und Akteure, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, ihre Angebote aufeinander abstimmen und die unterschiedlichen Bedingungen in den Sozialräumen berücksichtigen.

Chancengerechtigkeit beginnt vor Ort

Nach der Eröffnung durch Dr. Katja Wolf, Leiterin der Regionalagentur RLP-SL, sowie die Staatssekretärinnen Jenny Groß aus Rheinland-Pfalz und Jessica Heide aus dem Saarland setzte Prof. Dr. Henning Hermes, stellvertretender Leiter des ifo Instituts für Bildungsökonomik in München, mit seiner Keynote „(K)ein Fuß in der Tür? Kinder zwischen Bildungschancen und -barrieren“ einen inhaltlichen Schwerpunkt. Im Fokus standen Chancengerechtigkeit, der Zugang zu Kitas und Mentoring sowie die Frage, welchen Beitrag die kommunale Ebene zu einem gut funktionierenden Bildungssystem leisten kann.

Wie vielfältig die Ansatzpunkte dafür sind, zeigte das weitere Programm. In kurzen Bildervorträgen wurden unter anderem Projekte zum Übergang in die Schule, Mentoring, neue Ansätze bei Unterrichtsausfall und Sprachbildung für Vorschulkinder ohne Kitaplatz vorgestellt. Auch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Bildungsgerechtigkeit durch Games und Armutssensibilität in pädagogischen Kontexten rückten in den Mittelpunkt.

Von Daten zu konkreten Lösungen

Dass gute kommunale Bildungsarbeit auch eine fundierte Datengrundlage braucht, wurde im Workshop „Sensible Befunde, klare Botschaften: Data Storytelling für mehr Bildungschancen“ deutlich. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Zahlen und Befunde aus dem kommunalen Bildungsmonitoring so vermittelt werden können, dass daraus verständliche Botschaften und Anknüpfungspunkte für die Praxis entstehen.

Die Paneldiskussion „Von den Besten lernen – kommunale Schulträgerschaft weiterdenken“ nahm zudem die Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen im Schulbereich in den Blick. Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Politik und Kommune brachten dazu unterschiedliche Perspektiven zusammen.

Wohlbefinden, Sozialräume und starke Familien

Am Nachmittag vertieften fünf Chancen-Foren zentrale Themen der kommunalen Bildungspraxis. Dabei ging es unter anderem darum, das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen mithilfe von Daten besser zu verstehen und daraus kommunale Strategien abzuleiten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbindung von Schulen und Sozialräumen. Am Beispiel des Startchancen-Programms wurde aufgezeigt, wie Familiengrundschulzentren und Unterstützungsangebote aus dem Sozialraum dazu beitragen können, Schulen stärker zu öffnen und die Zusammenarbeit vor Ort weiterzuentwickeln.

Auch die Frage nach guten Zugängen zu Eltern und Familien spielte eine wichtige Rolle. Diskutiert wurde, wie Grundbildungsangebote benachteiligte Menschen besser erreichen und wie Kitas zu Knotenpunkten für Bildungs- und Beratungsangebote im Sozialraum werden können.

Mit dem Thema Schulabsentismus griff die Konferenz außerdem eine Herausforderung auf, die weitreichende Folgen für individuelle Bildungswege haben kann. Vorgestellt wurden Ansätze, die auf Prävention ebenso setzen wie auf die systematische Reintegration in das Schulsystem. Ein weiteres Forum zeigte anhand von Beispielen aus Pirmasens und Neuwied, wie Kommunen Kinder und Familien frühzeitig erreichen und passgenaue Unterstützungsangebote entwickeln können.

Austausch als wichtiger Teil der Konferenz

Neben Vorträgen, Workshops und Foren bot die Bildungskonferenz viel Raum für Begegnung und Vernetzung. Auf dem Marktplatz präsentierten sich zahlreiche Initiativen, Projekte und Fachstellen – von kommunalem Bildungsmonitoring und Grundbildung über kulturelle Bildung bis hin zu Mentoring und Schulentwicklung.

Die Bildungskonferenz 2026 machte damit die große Bandbreite kommunaler Handlungsmöglichkeiten sichtbar: Bildungschancen werden nicht an einer einzigen Stelle verbessert. Entscheidend ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure – und die Bereitschaft, Bildung vor Ort gemeinsam zu gestalten.