Digitale Verwaltung von Schulgeldern: Wie geht es mit „Klassengeld RLP“ weiter?

Klassenfahrten, Schüleraustausche, Studienfahrten oder Schulveranstaltungen bringen nicht nur organisatorischen Aufwand mit sich, sondern auch zahlreiche Zahlungsvorgänge. Mit den Schulgirokonten wurde in Rheinland-Pfalz eine rechtssichere Grundlage geschaffen, um solche schulischen Gelder zu verwalten. Damit diese Aufgabe für Schulen möglichst praktikabel bleibt, spielt die digitale Unterstützung eine zunehmend wichtige Rolle.

Seit November 2024 wird deshalb im Rahmen des Pilotprojekts „Klassengeld RLP“ eine Finanzsoftware an Schulen erprobt. Die Pilotphase läuft noch bis Ende September 2026. Erste Rückmeldungen fallen nach Angaben der Landesregierung positiv aus. Eine Entscheidung darüber, wie es nach dem Pilotprojekt weitergeht, steht allerdings noch aus.

231 Schulen nutzen „Klassengeld“

Die Pilotierung hat inzwischen eine beachtliche Größenordnung erreicht: Insgesamt 231 Schulen unterschiedlicher Schulformen nutzen die Software.

Den größten Anteil stellen die Gymnasien mit 66 Schulen, dicht gefolgt von 62 Grundschulen. Hinzu kommen 37 Realschulen plus, 30 Integrierte Gesamtschulen und 12 Berufsbildende Schulen.

Außerdem beteiligen sich 11 Realschulen plus mit Fachoberschule, sieben Grund- und Realschulen plus, fünf Förderschulen sowie ein Kolleg beziehungsweise Abendgymnasium.

Damit wird die Software nicht nur an einzelnen Schularten getestet, sondern in sehr unterschiedlichen schulischen Strukturen. Die Pilotphase steht grundsätzlich Schulen aller Schulformen in öffentlicher und privater Trägerschaft offen.

Was soll die Software im Schulalltag erleichtern?

Der zentrale Zweck von „Klassengeld RLP“ besteht darin, Verwaltungsprozesse rund um schulische Gelder zu vereinfachen und zu beschleunigen. Davon sollen letztlich auch die Lehrkräfte profitieren, indem administrative Aufgaben weniger Zeit beanspruchen.

Gerade bei Klassenfahrten oder anderen schulischen Aktivitäten können zahlreiche einzelne Zahlungsvorgänge zusammenkommen. Es muss nachvollziehbar sein, welche Beträge eingegangen sind, welche Zahlungen noch fehlen und wie sich die jeweiligen Zahlungsstände entwickeln.

Eine digitale Finanzverwaltung kann diese Prozesse übersichtlicher gestalten und Informationen gebündelt verfügbar machen.

Nach Angaben der Landesregierung zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass dies von den teilnehmenden Schulen grundsätzlich positiv bewertet wird.

Erste Rückmeldungen aus den Schulen sind positiv

Obwohl die Pilotphase noch nicht abgeschlossen ist, liegen bereits erste Rückmeldungen vor. Die teilnehmenden Schulen nennen dabei mehrere konkrete Vorteile.

Besonders hervorgehoben wird die transparente Nachverfolgung von Zahlungsständen. Schulen können damit leichter nachvollziehen, welche Zahlungen bereits erfolgt sind und wo noch offene Beträge bestehen.

Positiv bewertet wird außerdem die gute Anbindung an bestehende Schulprozesse. Eine Finanzsoftware entfaltet ihren Nutzen im Schulalltag schließlich vor allem dann, wenn sie sich möglichst unkompliziert in vorhandene Abläufe integrieren lässt.

Als weiterer Vorteil werden nutzerfreundliche Auswertungsfunktionen genannt. Insgesamt sollen die vereinfachten und beschleunigten Verwaltungsprozesse dazu beitragen, Lehrkräfte von administrativen Aufgaben zu entlasten.

Noch keine abschließende Bewertung

Trotz der positiven ersten Erfahrungen ist die Erprobung noch nicht beendet. Die Rückmeldungen der teilnehmenden Schulen werden fortlaufend erfasst. Erst nach Abschluss der Pilotphase sollen sie systematisch ausgewertet werden.

Da „Klassengeld RLP“ noch bis Ende September 2026 pilotiert wird, liegt derzeit noch keine abschließende Gesamtbewertung vor.

Die Landesregierung will deshalb zunächst die vollständige Auswertung abwarten. Erst anschließend soll darüber entschieden werden, wie künftig eine Finanzsoftware für die digitale Verwaltung von Schulgeldern eingesetzt werden soll.

Damit ist zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht abschließend entschieden, ob und in welcher Form „Klassengeld RLP“ nach 2026 weitergeführt beziehungsweise finanziert wird.

Entscheidung über die Zukunft folgt nach der Pilotphase

Für die Schulen ist vor allem die Frage interessant, ob aus dem Pilotprojekt eine dauerhafte Lösung wird. Dazu legt sich die Landesregierung in ihrer aktuellen Antwort noch nicht fest.

Sie kündigt an, nach Abschluss und Gesamtauswertung der Pilotphase über den künftigen Einsatz einer Finanzsoftware für Schulen zur digitalen Verwaltung der Schulgelder zu entscheiden. Anschließend sollen die Schulen über das weitere Vorgehen informiert werden.

Bemerkenswert ist dabei die Formulierung: Die Landesregierung spricht von der Entscheidung über den künftigen Einsatz „einer Finanzsoftware“. Damit wird in der vorliegenden Antwort noch keine verbindliche Festlegung getroffen, dass zwingend das derzeit erprobte Produkt „Klassengeld“ dauerhaft eingesetzt wird.

Ebenso enthält die Antwort noch keine Zusage, dass die Software künftig flächendeckend allen öffentlichen Schulen in Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt wird.

Die Ergebnisse der laufenden Pilotphase werden somit entscheidend dafür sein, wie die digitale Verwaltung der Schulgelder künftig ausgestaltet wird.

Unterstützung gibt es nicht nur durch die Software

Unabhängig von der Frage nach der langfristigen technischen Lösung werden die Schulen bereits heute bei der Verwaltung ihrer Schulgirokonten unterstützt.

Dafür stehen ihnen FAQs zur Verfügung. Zusätzlich können sie sich bei Fragen rund um das Schulgirokonto direkt von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) beraten lassen.

Während der Pilotphase können die Schulen darüber hinaus auf den Support von „Klassengeld RLP“ zurückgreifen. Dort werden sowohl technische Fragen als auch Fragen zum sachgerechten Einsatz der Software beantwortet.

Die Unterstützung besteht somit aus mehreren Komponenten: allgemeinen Informationen, direkter fachlicher Beratung und technischem beziehungsweise anwendungsbezogenem Support.

Digitalisierung soll auch Lehrkräfte entlasten

Die Frage nach der Zukunft von „Klassengeld RLP“ ist mehr als eine rein technische Entscheidung. Im Kern geht es darum, wie administrative Prozesse an Schulen so organisiert werden können, dass sie möglichst wenig zusätzliche Belastung für Lehrkräfte verursachen.

Die Verwaltung schulischer Gelder gehört zu den Aufgaben, die im Hintergrund des eigentlichen Unterrichtsgeschehens stattfinden, aber dennoch Zeit und Sorgfalt beanspruchen. Gerade wenn viele einzelne Zahlungsvorgänge bearbeitet werden müssen, kann eine funktionierende digitale Lösung Abläufe vereinfachen.

Die bisherigen Rückmeldungen aus dem Pilotprojekt deuten darauf hin, dass insbesondere Transparenz bei Zahlungsständen, die Integration in bestehende Abläufe und einfache Auswertungsmöglichkeiten im Schulalltag als hilfreich empfunden werden.

Dass bereits 231 Schulen aus nahezu allen Schulformen an der Erprobung teilnehmen, schafft zugleich eine vergleichsweise breite Grundlage, um Erfahrungen aus unterschiedlichen schulischen Situationen in die abschließende Bewertung einfließen zu lassen.

Die entscheidende Auswertung steht noch bevor

Für eine endgültige Bilanz ist es allerdings noch zu früh. Die Pilotphase endet erst Ende September 2026, anschließend müssen die gesammelten Rückmeldungen ausgewertet werden.

Erst danach will die Landesregierung über den künftigen Einsatz einer Finanzsoftware zur Verwaltung der Schulgelder entscheiden und die Schulen informieren.

Damit bleiben derzeit wichtige Fragen offen: Wird es nach dem Pilotprojekt eine landesweit bereitgestellte digitale Lösung geben? Wird „Klassengeld“ selbst weitergeführt? Wie sieht die Finanzierung nach 2026 aus? Und wird eine entsprechende Software künftig allen öffentlichen Schulen angeboten?

Die vorliegenden Informationen geben darauf noch keine abschließende Antwort. Sie zeigen jedoch, dass die digitale Verwaltung von Schulgeldern inzwischen an einer großen Zahl rheinland-pfälzischer Schulen praktisch erprobt wird und die bisherigen Erfahrungen überwiegend positiv bewertet werden.

Für die weitere Entwicklung wird nun entscheidend sein, welche Erkenntnisse die Gesamtauswertung der Pilotphase liefert und welche Konsequenzen das Land daraus für eine dauerhafte digitale Unterstützung der Schulen zieht.

Quelle: Grundlage dieses Beitrags ist die Antwort des Ministeriums für Bildung Rheinland-Pfalz vom 4. August 2026 auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Katharina Binz und Pia Schellhammer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) „Zukunft der digitalen Verwaltung von Schulgeldern an Schulen in Rheinland-Pfalz“, Landtag Rheinland-Pfalz, 19. Wahlperiode, Drucksache 19/440 zu Drucksache 19/331.